Schreckmoment in der Stadtkirche: Putz fällt während der Christvesper aus dem Gewölbe

dzSt. Georg

Es war eine Schrecksekunde während der Christvesper an Heiligabend in der Stadtkirche: Aus dem Deckengewölbe löste sich plötzlich ein Stück Putz. Einige Besucher suchten sich andere Plätze.

Lünen

, 30.12.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausgerechnet an dem Tag, an dem viele Gläubige in die Kirche gehen, brach ein Stück Putz aus dem seitlichen Gewölbe der Stadtkirche und fiel herunter. Während der Christvesper an Heiligabend sorgte der Vorfall für eine kurze Unterbrechung. Es geschah während der Predigt. „Menschen sind aufgestanden, ob jemand getroffen wurde, kann ich gar nicht sagen. Es hat sich niemand gemeldet“, schildert Pfarrer Udo Kytzia die Situation. Er habe kurz gewartet, bis die Betroffenen andere Plätze gefunden hatten und den Vorfall aufgegriffen, bevor es mit der Christvesper weiterging. Es sei alles ruhig geblieben.

Schreckmoment in der Stadtkirche: Putz fällt während der Christvesper aus dem Gewölbe

© Quiring-Lategahn

Stadtkirche ist ältestes Bauwerk Lünens

Seit einigen Jahren, so Kytzia, seien Risse in der Gewölbedecke zu beobachten. Ein Zeichen für Bewegung. Die Stadtkirche steht auf dem sandigen Untergrund in diesem Bereich. Sie gilt als das ältestes erhaltene Bauwerk Lünens und wurde ab 1360 im Stil der Spätgotik errichtet. Im November sei die Architektin auf Bewegung hingewiesen worden. Sie prüfe das. Angebrachte Gipsmarker seien stabil geblieben. An der Stelle, an der jetzt der Putz abfiel, sei bisher noch nichts aufgefallen.

Schreckmoment in der Stadtkirche: Putz fällt während der Christvesper aus dem Gewölbe

In Teilen des Gewölbes sind Risse sichtbar. © Quiring-Lategahn

Nach dem Vorfall von Heiligabend „werden wir jetzt besprechen, wie wir weiterverfahren“, schildert Kytzia. Das müsse genauer begutachtet werden.

1966 habe es schon einmal Bewegung gegeben. Damals seien die Säulen unterfangen und gesichert worden.

Sanierung seit 1998

Von 1998 bis 2010 ist die Stadtkirche umfassend saniert worden. Seinerzeit hatte sich der Förderverein „Rettet die Stadtkirche“ gegründet und mit zahlreichen Spendenaktionen zur Finanzierung beigetragen. Allerdings ging es damals um den Turm, die Außenmauern und die Fensternischen. Der Putz sei nur bis zu einer bestimmten Höhe saniert worden, nicht aber im Gewölbe.

Förderverein wurde Teil einer Stiftung

Der Verein „Rettet die Stadtkirche“ ist in der gemeinnützigen Stiftung Denkmalswerte Kirchen in Dortmund und Lünen aufgegangen. Die Mitglieder engagieren sich dort weiter für die Stadtkirche St. Georg. Spenden sind jederzeit willkommen, ebenso wie Stifter für die Unterstiftung „Rettet die Stadtkirche“. Die jährlichen Zinserlöse werden für den Erhalt und die Pflege der Stadtkirche verwandt.

Ansprechpartner ist Pfarrer Udo Kytzia, Tel. (02306) 136 70 oder per Mail. udo.kytzia@kirchengemeinde-luenen.de. Bankverbindung: Stiftung Denkmalswerte Kirchen, IBAN: DE32 4405 0199 0001 1722 80, BIC: DORTDE33XXX, Verwendungszweck: Zustiftung Rettet die Stadtkirche, Lünen.

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