Schon 300 Nester des Eichenprozessionsspinners in Lünen gemeldet

Giftige Raupe

Während die Infektionszahlen beim Coronavirus übersichtlich sind, breitet sich ein anderes Problem in Lünen weiter aus: Der Eichenprozessionsspinner wird immer häufiger in der Stadt gesichtet.

Lünen

, 20.06.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Stadt bekämpft den Eichenprozessionsspinner mit der Absaug-Methode.

Die Stadt bekämpft den Eichenprozessionsspinner mit der Absaug-Methode. © Schulz-Gahmen (A)

Die Raupen mit den feinen Härchen sorgen für Ausschlag und Atemnot, weshalb sie unbedingt gemieden werden sollten. Sobald ein Nest an einem Baum gesichtet wird - deutlich an den dicken Weben zu erkennen - sollte man nicht nur Abstand halten, sondern auch die Stadt Lünen informieren.

„Etwa 300 Meldungen haben uns bisher erreicht“, teilt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mit. Die gemeldeten Nester würden so schnell wie möglich entfernt, allerdings setze die Stadt dabei klare Prioritäten: „Zuerst sind Nester an Kindertagesstätten und Schulen sowie an Spielplätzen dran. Dann folgen Straßen und dann Friedhöfe sowie Grün- und Parkanlagen.“ Die niedrigste Priorität haben laut Spangardt naturnahe Baumbestände und Waldgebiete, „vor allem, wenn sie wenig frequentiert sind“.

Die Entfernung der Nester erfolgt über das Absaugen. Den Einsatz von Spritzmitteln lehnt die Stadt ab, weil diese Mittel auch nützliche Insekten gefährden könnten.

2019 waren in Lünen drei Firmen mit acht Teams zu je zwei Personen im Einsatz, um den giftigen Raupen zu Leibe zu rücken. Kostenpunkt: 300.000 Euro. Um diese Kosten zu senken, hatte die Stadt 100 Meisen-Nistkästen im Stadtgebiet anbringen lassen. Die Vögel sind der natürliche Feind des Eichenprozessionsspinners. Völlig aufhalten konnten sie ihn in Lünen aber nicht.

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