Schnelle Reparatur: Trianel-Kraftwerk kann bald wieder zurück ans Netz

Defekter Rotor

Eigentlich sollte das Trianel-Kraftwerk im Lüner Stummhafen bis Oktober 2020 vom Netz bleiben - bei der Revision war ein Generatorschaden entdeckt worden. Doch jetzt geht alles ganz schnell.

Lünen

, 04.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Juni wurde der Rotor zur Reparatur abtransportiert. Am Samstag (1.8.) kehrte er ins Trianel-Kraftwerk nach Lünen zurück.

Im Juni wurde der Rotor zur Reparatur abtransportiert. Am Samstag (1.8.) kehrte er ins Trianel-Kraftwerk nach Lünen zurück. © Günther Goldstein (A)

Die Revision war Routine - der Schaden hingegen nicht: Im Juni stellte Trianel einen Schaden am Generator des Kraftwerks im Lüner Stummhafen fest. Daraufhin wurde das Kraftwerk zunächst bis zum 31. Oktober für „nicht verfügbar“ erklärt. Unter anderem musste ein Rotor aus dem Generator gebaut und zur Reparatur abtransportiert werden. Ende Juni erklärte Trianel, dass es doch schneller geht. Deutlich schneller.

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In der Nacht zu Samstag kehrte der 88 Tonnen schwere Rotor nach Lünen zurück. „Schneller als erwartet“, sagt Trianel-Sprecher Maik Hünefeld auf Anfrage. Und zwar im doppelten Sinn. „Eigentlich hatten wir erst in der Nacht zu Montag damit gerechnet.“ Zudem ist das Kohlekraftwerk damit deutlich früher einsatzbereit als gedacht: „Wir haben es ab dem 24. August wieder als verfügbar gemeldet“, erklärt Maik Hünefeld. Der Rotor soll in den kommenden Wochen eingebaut werden, nachdem letzte Schäden am Generatorgehäuse beseitigt sind.

Ob im Lüner Stummhafen dann auch tatsächlich wieder Strom produziert wird, ist offen. „Der Einsatz des Kraftwerks ist von einigen Faktoren abhängig, unter anderem vom Börsenstrompreis“ sagt Maik Hünefeld. Zudem habe man in den Sommermonaten durchaus mehr Sonnen- und Windenergie im Netz. „Und im Zusammenhang mit einer niedrigeren Stromnachfrage während der Corona-Krise wird das konventionelle Kraftwerk gegebenenfalls nicht so stark gebraucht.“

Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Textes hatten wir eine Aussage von Maik Hünefeld verkürzt wiedergegeben. Dadurch entstand der Eindruck, dass das Kohlekraftwerk aktuell definitiv nicht gebraucht wird. Das ist nicht korrekt. Wir haben die Passage korrigiert und bitten um Entschuldigung.

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