Schnelltests sollen ab 8. März für alle Bürger kostenlos möglich sein. Wie das genau funktionieren soll, ist aber noch unklar. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Meinung

Schnell-Tests für Jedermann: Große Ankündigungen, Regelungen fehlen

Auf breiter Fläche sollen jetzt Schnell- und Selbsttests im Kampf gegen die Pandemie helfen. Wie das in der Praxis laufen soll, ist noch völlig unklar. Das ist unfassbar, findet unser Autor.

Schon ab kommenden Montag (8.3.) sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlose Schnelltests machen lassen können. Und das einmal pro Woche. So die Ankündigungen von Bundes- und Landespolitik. Auch in NRW und auch in Lünen.

Wie sich das aber konkret vor Ort darstellen soll, dazu gibt es bislang keine weiteren Informationen. Das muss dann alles recht spontan aus dem Boden gestampft werden.

Wie die schiere Masse an Schnelltests dann von Apothekern, niedergelassenen Ärzten oder sonstigen Stellen abgerechnet werden soll, ist am Donnerstag ebenfalls noch unklar.

Nichts aus zwölf Monaten Pandemie gelernt?

Da fragt man sich doch: Hat die Politik im Laufe des vergangenen Jahres nichts dazugelernt? Haben die Erfahrungen aus Verordnungen für Schulen, die gerne mal am Freitagnachmittag in Sekretariaten einflatterten, nicht gezeigt, dass es so eigentlich nicht geht?

Seit Wochen ringt man um eine neue Strategie, um aus dem Lockdown zu kommen. Der Gedanke an flächendeckende Tests mag eine Möglichkeit sein. Dass lokale Ärzte, Apotheker oder Ämter dabei einfach noch im dunkeln gelassen werden, wie sie das Ganze bewerkstelligen sollen, ist ein Witz. Nach fast zwölf Monaten in der Pandemie sollte man erwarten, dass das schon besser klappt. Anscheinend erwarte ich da aber noch zu viel.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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