Laut Landtagsabgeordnetem Rainer Schmeltzer würden die Mittel aus dem DigitalPakt Schule im Kreis Unna nur sehr schleppend abgerufen, in Lünen bislang noch gar nicht. Die Stadt Lünen hat dafür ihre Gründe. © picture alliance/dpa
Fördermittel

Schmeltzer zur Digitalisierung an Schulen: Lünen ruft Gelder nicht ab

4,2 Millionen Euro kann Lünen aus dem „DigitalPakt Schule“ bekommen. Bisher seien noch keine Gelder beantragt, so SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer. Die Stadt nennt dafür Gründe.

Als „ernüchternd“ bezeichnet SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer die Antwort auf seine Kleine Anfrage an die Landesregierung zur Umsetzung des DigitalPakt Schule im Kreis Unna. Daraus kann Lünen 4,2 Millionen Euro beantragen, Werne 738.000 Euro und Selm 965.000 Euro. Während in Werne die Mittel zu 68 Prozent und in Selm zu nahezu 100 Prozent beantragt und bewilligt worden seien, lägen seitens der Stadt Lünen bisher keine Anträge vor. Gleiches gelte im Kreis Unna lediglich für die Städte Schwerte, Kamen und Bönen, so Schmeltzer.

Aus seiner Sicht sei die Digitalisierung an Schulen gerade in der Zeit des Distanz- und Wechselunterrichts unverzichtbar. „Von daher ist es dringend geboten, dass die von Bund und Land zur Verfügung gestellten Mittel auch schnellstmöglich beantragt werden müssen, damit Schulen die notwendigen, digitalen Voraussetzungen erhalten“, teilt Schmeltzer mit. Die Antragsfristen endeten zwar erst am 31. Dezember 2021, „aber der Bedarf ist unumstritten schon seit geraumer Zeit vorhanden und dem muss dringend nachgekommen werden“, fordert er.

Stadt: Nicht schnell, sondern effektiv beantragen

Aus Sicht der Stadt Lünen gehe es aber nicht darum, die Gelder möglichst schnell zu beantragen, sondern möglichst effektiv. Da die Frist noch bis zum 31. Dezember läuft, gingen sie der Stadt nicht verloren. Um die Mittel zu beantragen, brauche „es gute Konzepte, die in enger Abstimmung mit den Schulen erarbeitet werden müssen, und es braucht eine gute Planung, damit die Maßnahmen nach der Bewilligung auch zügig umgesetzt werden können“, teilt Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadt Lünen, auf Anfrage der Redaktion mit. Denn es stecke mehr dahinter als nur die Beschaffung von Geräten. „Anders ausgedrückt: Wir haben uns bisher weniger durch den vom Förderprogramm vorgegebenen Prozess, sondern mehr von fachlichen Aspekten leiten lassen. Wir haben inhaltliche Schwerpunkte gesetzt und diese dann von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umgesetzt“, erklärt Spangardt. Diese Schwerpunkte, wie digitale Vernetzung in Schulgebäuden, IT-Support durch IT-Fachleute, Endgeräte für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer und auch Anzeige- und Interaktionsmedien seien der Politik vorgestellt worden. Dafür würden die geeigneten Fördermittel eingesetzt.

Grundstruktur schon eingerichtet

Spangardt weist darauf hin, dass Mittel aus dem Digitalpakt für verschiedene Fördersäulen zur Verfügung gestellt würden. Wenn Städte im Kreis Unna bereits Gelder beantragt haben, bezögen die sich auf die Fördersäule 1, in der es um die IT-Grundstruktur gehe. „Die Stadt Lünen konnte viele Grundstruktur-Maßnahmen bereits aus dem Programm „Gute Schule 2020“ umsetzen. Daher sind wir in diesem Bereich (z. B. WLAN in den Schulgebäuden) schon gut aufgestellt“, so Spangardt.

Nach der Beschaffung der Endgeräte sei die Stadt nun in enger Abstimmung mit den Schulen, was Einsatz, Art und Mengen von Anzeigen- und Interaktionsgeräte angehe. Hierfür würden Mittel aus dem Digitalpakt noch in diesem Jahr beantragt.

Die Stadt Lünen habe zu diesem Thema immer transparent kommuniziert. „Wenn der Landtagsabgeordnete Schmeltzer sich ernsthaft mit den Anstrengungen der Kommunen in seinem Wahlkreis befasst hätte, müsste er in etwa wissen, welche Strategie Lünen verfolgt – und wo wir stehen“, heißt es in der Antwort der Stadt.

Politik eng getaktet informiert

Seit August 2020 würden die zuständigen Ratsgremien eng getaktet über den Fortgang bei der Digitalisierung an Lüner Schulen unterrichtet. Die Gelder aus zwei Sofortprogrammen im letzten Sommer seien in Höhe von einer Million Euro beantragt und bewilligt. Am Dienstag (27.4.) sollen iPads an Schüler ausgeliefert werden, für die von den Schulen ein Bedarf angemeldet wurde. Das Geld dafür stammt aus dem DigitalPakt.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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