Schließungspläne: Betriebsrat will um Lüner Burger-King-Filiale kämpfen

dzFastfood-Kette

Der Burger-King-Filiale in Lünen droht die Schließung - trotz auch in der Corona-Krise guter Umsätze. 50 Jobs wären an der Dortmunder Straße betroffen. Der Betriebsrat will kämpfen.

Lünen

, 14.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schnell geht es bei Burger King an der Dortmunder Straße in Lünen derzeit nicht: Das Fast-Food-Restaurant hat genau wie alle anderen Gastronomiebetriebe auch aufgrund der Corona-Bestimmungen seinen Verzehrbereich geschlossen. Dafür drängeln sich zu den Stoßzeiten mittags und am frühen Abend die Fahrzeuge im Drive-In.

Anders formuliert: Die Umsätze sind nicht mit denen aus der Zeit vor der Corona-Krise zu vergleichen, aber eben auch nicht massiv schlechter, wie Filialleiter Ibrahim Lacin im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt: „Vielleicht zehn Prozent weniger, aber unterm Strich haben hier alle gut zu tun.“

Betriebsrat will Entwicklung abwarten

Alle, das sind in Lünen 50 Mitarbeiter, 32 davon fest angestellt, der Rest auf Minijob-Basis. Arbeitgeber ist die Schloss Burger GmbH, und wenn man der Gewerkschaft Nahrungsmittel-Genuss-Gaststätten (NGG) glauben darf, will die Firma die Filiale in Lünen zusammen mit zwei weiteren Standorten in Dortmund schließen.

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Diese Pläne bestätigt Ibrahim Lacin, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Schloss Burger ist. Und natürlich will weder der Gesamtbetriebsrat noch das Mitarbeitergremium vor Ort diese Schließung hinnehmen.

Zu Details hält sich Lacin allerdings noch bedeckt: „Wir wollen erst noch die Entwicklung abwarten.“ Nur so viel: Lacin und seine Mitarbeiter haben sich juristischen Beistand für die Verhandlungen geholt.

Erfahrung hat der Lüner Filialleiter damit genug: Die Schloss Burger GmbH ist schon öfter mit dem Betriebsrat aneinander geraten. Laut NGG soll das auch der Grund für die Schließungspläne sein: „Die Arbeitnehmervertreter sind Burger King und seinen Partnern aber schon länger ein Dorn im Auge“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Martin Mura.

Die Schließung der Restaurants käme der Kündigung gleich, mit den Filialen in Dortmund wären 140 Mitarbeiter betroffen.

Die Schloss Burger GmbH selbst gibt sich verschlossen. Operations Director Peter Mischok will sich zu möglichen Schließungsplänen in Lünen nicht äußern und verweist auf die Pressestelle, die unter einer allgemeinen Mailadresse erreichbar sei. Von dort gab es bis Dienstagabend (14.4.) keine Antwort.

Umsatzsteigerung und 10 neue Restaurants

Dass am Ende wirtschaftliche Gründe den Ausschlag für die Schließung der Filialen geben könnten, erscheint auch beim Blick in die Firmenbilanz unwahrscheinlich.

Der im Februar 2020 veröffentlichte Jahresabschluss für 2018 weist eine Umsatzsteigerung der insgesamt 98 betriebenen Restaurants von 4,6 Prozent auf rund 145 Millionen Euro aus, die Firma erwirtschaftete in diesem Geschäftsjahr einen Überschuss von rund einer halben Million Euro.

Allerdings habe dieser Überschuss im Jahr 2017 bei rund 3,3 Millionen Euro gelegen - der Rückgang resultiere „im Wesentlichen durch die verminderte Rohertragsmarge, die gestiegenen Personalaufwendungen und den höheren Mietaufwendungen“.

Die Rückkehr zu alten Gewinnmargen soll für Schloss Burger allerdings nicht durch Konsolidierung gelingen, sondern durch Expansion: Für 2019 und 2020 erwarte man Umsatzerlöse von 155 beziehungsweise 176 Millionen Euro - die Planung basiert auf der „weiteren Optimierung der bestehenden Burger King Restaurants sowie einen Zuwachs von 10 weiteren Restaurants“.

Natürlich war zu diesem Zeitpunkt von Corona noch nichts zu sehen - das Beispiel Lünen zeigt allerdings, dass die Krise nicht zwingend zum Einbruch der Umsätze führen muss. Entsprechend oft fahren vom Firmenparkplatz an der Dortmunder Straße die kleinen Lieferfahrzeuge des Burger-Riesen los.

Auf die Frage, wie ihre Zukunft aussieht, muss die freundliche Dame am Drive-In-Schalter allerdings antworten: „Noch ist alles unklar.“

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