Scanner an Parkplatz: 30 Euro Strafe schon für wenige Minuten drüber

dzViktoria Center

Parkscheiben und Parktickets sind Lüner Autofahrer gewöhnt. Auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums werden die Autos gescannt, zum Ärger mancher Nutzer. Denn es drohen schnell Strafen.

Lünen

, 08.10.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dietmar Dworschak hatte sich für seinen Einkauf im Viktoria Center in Lünen viel vorgenommen. Ein paar Sachen bei DM, Kaffee trinken und Brötchen bei Bäckerei-Kanne, kurz durch den REWE und in die Lottoannahmestelle. Als er den Parkplatz nach genau 133 Minuten verlässt ahnt er nicht, dass sein Auto bei der Ein- und Ausfahrt gescannt wurde.

Sorge um den Datenschutz

Wenige Tage später erhält er eine Zahlungsaufforderung über 30 Euro. In dem Schreiben ist genau aufgeschlüsselt, dass er um 8.05 Uhr durch die Einfahrt gefahren ist und den Parkplatz um 10.19 Uhr verlassen hat. Damit hat er die zulässige Parkdauer um 13 Minuten überschritten. Sein Verstoß wurde von den Scannern an den Ein- und Ausfahrten genau dokumentiert. Dietmar Dworschak ärgert sich über diese Methode: „Ich sehe hier keinen Zeit-Stempel. Man weiß nicht, ab wann die Zeit läuft.“ Schilder weisen allerdings am Parkplatz auf die Höchstparkdauer hin.

Über die Ausschilderung kann sich niemand beschweren. An fast allen Laternen wird auf die Höchstparkdauer, die Scanner und die Strafzahlung hingewiesen.

Über die Ausschilderung kann sich niemand beschweren. An fast allen Laternen wird auf die Höchstparkdauer, die Scanner und die Strafzahlung hingewiesen. © Nora Varga

Auch um seine Daten macht er sich sorgen: „Das sind gemeine Methoden mit denen hier vorgegangen wird.“ Der Betreiber der Scanner-Anlage, Loyal Parking, erklärt auf seiner Internetseite, dass die Daten nicht nachhaltig gespeichert werden. Dort heißt es: „Findet kein Verstoß gegen die Parkraumbestimmungen statt, werden die Daten unmittelbar gelöscht.“

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Dietmar Dworschak ärgert sich nicht nur über die Art der Kontrolle: „Ich bin die ganze Zeit Kunde des Viktoria Center gewesen. Das ist Abzocke.“ Die Strafe soll eigentlich Wildparken verhindern, das erklärt auch der Besitzer des Centers, die Volksbank Dortmund. Pressesprecher Carsten Jäger: „Unsere dortigen Mieter haben uns in der Vergangenheit immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die zum Center gehörenden Parkplätze sehr häufig fremdgenutzt wurden und somit eigentlichen Kunden die Parkmöglichkeit genommen wurde.“

Auch andere Kaufhäuser kontrollieren

Der Anbieter orientiere sich mit seiner Maßnahme an den Standards anderer Betriebe: „Wie bei anderen Parkplätzen in der Region, die der Dienstleister im Auftrag seiner Kunden überwacht, ist eine Parkdauer von zwei Stunden vorgesehen. Das halten wir für fair. Denn im Durchschnitt parken Fahrzeuge auf den Parkplätzen des Viktoria-Centers rund 37 Minuten.“ Das Viktoria Center ist kein Einzelfall, wenn es um die Parkplatzkontrolle geht. Beim nahe gelegenen Edeka Patzer wird über eine Parkscheibe die Zeit kontrolliert.

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Die Volksbank habe trotzdem Verständnis, wenn Kunden des Viktoria Center verärgert sind und zeigt sich kulant: „Konkret können sich Kundinnen und Kunden, die sich länger als zwei Stunden im Center aufhalten, z.B. an den REWE-Markt oder den Friseur vor Ort wenden. Diese informieren dann den Dienstleister. So kommt es zu keiner Verwarnung.“

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