Sanierung des Freibadstadions würde mehr als eine Million Euro kosten

Brambauer

Die Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe, für Brambauer werde nichts getan. Derzeit liegt der Ball auch tatsächlich bei der Politik. Der Rat muss Mehrkosten für die Stadion-Sanierung bewilligen.

Brambauer

, 24.02.2021, 21:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Glückauf-Arena soll saniert werden. Die Kosten sind jetzt jedoch fast doppelt so hoch wie zu Beginn der Planungen kalkuliert.

Die Glückauf-Arena soll saniert werden. Die Kosten sind jetzt jedoch fast doppelt so hoch wie zu Beginn der Planungen kalkuliert. © Günther Goldstein

Geht es um den Vorwurf, Brambauer werde vergessen oder von der großen Mutterstadt stiefmütterlich behandelt, dann weist Stadtsprecher Benedikt Spangardt solche Aussagen weit von sich: Die Stadt habe an etlichen Stellen investiert. Natürlich hat Spangardt entsprechende Beispiele parat: „Am 21. Dezember wurde der komplett überarbeitete Spielplatz am Diebecker Weg übergeben. Seit Anfang 2020 gibt es in Brambauer High-Tech-Laternen, die WLAN bieten.“

Und ein weiteres Projekt ist in der Pipeline - wenn die Politik grünes Licht gibt. In der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses geht es um die Erneuerung der Sportanlage Freibadstadion Brambauer. Genutzt wird das Stadion vom Fußballverein BV Brambauer 13/45, der auch die Pflege der Anlage übernommen hat, und der Leichtathletikabteilung des DJK SuS Brambauer. Beide sind im Trägerverein Glückauf Arena vereint und finanzierten zuletzt im Jahr 2012 eine LED Flutlichtanlage mit. Nun steht für alle Beteiligten eine Gesamtinvestition von mehr als einer Million Euro an.

Es gibt eine inzwischen überholte Entscheidung des Stadtrats

Die Zustimmung des Stadtrats für eine Bewerbung um Fördermittel des Bundes hatte es bereits gegeben - doch damals erhielt die Stadt Lünen keinen Zuschlag. Erst in einer Art Nachrückverfahren kann man nun doch profitieren - allerdings kam es zu einer 45-prozentigen Steigerung der kalkulierten Kosten. Damit muss die Stadt Lünen einen gehörigen Batzen als Eigenanteil stemmen, denn die avisierten Fördermittel von 500.000 Millionen Euro, die damals ausgereicht hätten, decken nun nur noch lediglich die Hälfte der Kosten.

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Der Ausschuss für Bildung und Sport berät darüber am Donnerstag, (25.2.), im Haupt- und Finanzausschuss, der in der nächsten Woche (4.3.) tagt, stehen die Sanierungspläne als Beschluss auf der Tagesordnung. Laut Vorlage soll der Ausschuss dem Stadtrat empfehlen, das Projekt „Erneuerung Sportanlage Freibadstadion Brambauer“ umzusetzen.

Über Fördermittel kann nur die Hälfte der Kosten finanziert werden

Rund 400.000 Euro würde die Stadt Lünen dann selbst finanzieren. Die halbe Million an Fördermitteln des Bundes für Sport, Jugend und Kultur sind in Aussicht gestellt. Was für eine endgültige Zusage fehlt, ist der Beschluss des Stadtrats. Weitere 160.500 Euro an kalkulierten Kosten könnten jedoch über den Vorsteuerabzug eingespart werden - vorausgesetzt, in Deutschland ansässige Firmen werden für die Ausführung der Arbeiten beauftragt. Günstiger könnte es zudem werden, wenn die Altlasten geringer ausfallen als derzeit befürchtet.

Auch der Trägerverein Glückauf Arena soll finanziell involviert werden, entsprechende Vorgespräche sollen bereits gelaufen sein und „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ würden dem Trägerverein angeschlossenen Vereine auch mitmachen, heißt es in der Ausschuss-Vorlage der Verwaltung.

Mit dem Behindertenbeirat der Stadt Lünen seien ebenfalls schon Gespräche geführt worden, denn im Rahmen der Erneuerung soll das Stadion dann auch für inklusive Aufgaben verbessert werden. Dass das Freibadstadion, auch Glückauf Arena genannt, von Bedeutung für den Stadtteil ist, schreibt die Verwaltung der Politik nochmals ins Stammbuch.

Sportanlage erfüllt wichtige Funktion im Stadtteil

„Die Sportanlage ist eine von zwei Sportplätzen in Brambauer und damit wichtig für die sportlichen Angebote im Stadtteil. Der Erhalt der Sportanlage ist für den Stadtteil von Bedeutung, um das Angebot für Kinder- und Jugendliche aufrecht zu erhalten. Das sportliche wie soziale Engagement der Ehrenamtlichen haben einen positiven Einfluss auf den sozialen Zusammenhalt im Quartier“, heißt es in der Vorlage.

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Auch sportlich ist das Stadion von Bedeutung, denn es ist nur eines von zweien in der Stadt, das eine komplette 400 Meter Laufbahn hat. Doch die zeigt ebenso wie der Kunstrasenplatz, beide aus dem Jahr 2007, erhebliche Verschleißerscheinungen. In seiner 14. Saison zeigt der Kunstrasen, der 12 bis 15 Jahre halten sollte, nun erhebliche Verschleißerscheinungen und Schäden auf. Zudem lösen sich die Nähte der Kunststoffbahnen. Gleiches gilt für die Laufbahn.

Unfallgefahren im jetzigen Zustand

Dadurch wächst die Unfallgefahr. Die Sprintstrecke ist wegen Wurzelanhebungen auf drei Bahnen gesperrt, die vierte ist in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Tribüne weist deutliche Verschiebungen auf. All das soll im Zuge der Arbeiten instand gesetzt werden. Mit der Sanierung insgesamt soll eine Sperrung von Teilbereichen vermieden werden. So lautet die Quintessenz des 2018 erstellten Gutachtens, das für die Fördermittelakquise erstellt worden war.

Neuer Kunstrasenplatz wird umweltfreundlicher als der jetzige

Einen weiteren Aspekt, um der Politik die Entscheidung schmackhafter zu machen, nennt die Stadtverwaltung in der Vorlage gleich vorweg: Alte Kunstrasenplätze waren zuletzt wegen des umweltschädlichen Granulats in die Kritik geraten. Das geplante EU-Verbot für Gummigranulate auf Sportplätzen wird deshalb bereits bei den Planungen des Neubaus berücksichtigt. Der Kunststoffrasen wird in einer Variante mit Kork- oder Sandverfüllung vorgesehen.

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