Sachverständiger kritisiert Baumfällungen durch Stadt Lünen und wird widerlegt

dzGefällte Bäume

Ein Baumsachverständiger hat die Stadt Lünen erneut kritisiert: Fachfirmen seien nicht angefragt worden. Aber es gibt Widersprüche. Außerdem gibts Neues zum umgestürzten Baum in Lünen-Süd.

Alstedde

, 09.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem Patrick Wilke bereits vergangene Woche Kritik an der Fällung mehrerer Bäume im Wald hinter der Waldhöhe geübt hatte, legt der Sachverständige für Forstwirtschaft Baumpflege und Arbeitsschutz nun nach.

Er habe weitere Recherchen angestellt und herausgefunden, dass „keine der für die Stadt Lünen bislang tätigen Firmen jemals für diese Arbeiten angefragt worden ist“, so Wilke.

Im Gespräch nennt er als Beispiel die Firma „Taxus Baum- und Landschaftspflege“ aus Lünen. „Die haben immer für die Stadt Lünen gearbeitet“, so Wilke weiter.

Stadt und Taxus widersprechen Behauptung von Sachverständigem

Auf Nachfrage bei Taxus erhält die Redaktion jedoch eine andere Auskunft. Bereits im März sei man für Arbeiten im Wald in Alstedde angefragt worden. „Aber wir konnten es zeitlich nicht einrichten. Wir hatten schon viel in Unna zu tun“, sagt Stefan Beukelmann, Inhaber von Taxus.

Das es Gespräche mit Taxus gegeben habe, bestätigt auch Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Dienstag.

Sachverständiger kritisiert Baumfällungen durch Stadt Lünen und wird widerlegt

Nach Fällarbeiten in Altstedde gibt es nun Löcher im Kronendach. © Maren Carle

Des weiteren habe die Stadt noch mehrere andere Firmen mit gleichem Ergebnis angefragt. Schließlich sei die Firma Blueforce mit der Beseitigung von rund 20 Bäumen im Wald hinter der Waldhöhe beauftragt worden, weil diese Kronenschäden aufwiesen.

Anhand verbliebenen Baumstümpfe sei nicht erkennbar, warum die Bäume gefällt wurden.

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Hier widerspricht Patrick Wilke der Stadt erneut. Die Kronen hätten noch vor Ort gelegen. „Die von der Stadt angeführten Kronenschäden kann ich nicht bestätigen.“

Baum stürzte auf Haus: Suche nach Ursachen

Neuigkeiten gibt es auch zu der Sonntagabend in der Niersteheide umgestürzten Linde. Die von Frau Allers eingereichte Schadensmeldung ist von der Stadt an die zuständige Versicherung weitergegeben worden.

Auch gibt es nun eine Erklärung, warum der von Anwohnern mehrfach gemeldete Baum im Gegensatz zu den Bäumen in Altstedde nicht schon früher gefällt wurde.

Der Stamm des Baumes an der Niersteheide stand schon seit längerer Zeit schief, während die Krone nach oben gewachsen ist, wie auf Fotos zu erkennen sei, so Spangardt.

Sachverständiger kritisiert Baumfällungen durch Stadt Lünen und wird widerlegt

Gabriele Allers führte am Montagnachmittag notdürftige Reparaturen am Gartenzaun vor ihrem Haus durch. Hunde und Katzen könnten sonst nicht ins Freie. © Matthias Stachelhaus

Gefahr war nicht abzusehen

Es sei nicht abzusehen gewesen, dass dort Gefahr bestehe. Deswegen habe man den Baum durch die WBL im Herbst fällen lassen wollen. Jetzt werde untersucht, warum der Baum vorher umfiel. „Auch mit dem Ziel, dass so etwas möglichst nicht noch einmal passiert“, so Spangardt.

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Patrick Wilke hingegen gibt auf Nachfrage eine konkrete Einschätzung ab, nachdem er Fotos vom Wurzelwerk der Linde zu sehen bekam.

Seiner Meinung nach könnte der Baum vom sogenannten Brandkrustenpilz befallen gewesen sein. Äußerlich nur schwer zu sehen. „Aber die kleinen weißen Geflechte im Wurzelhalsbereich müsste der geschulte Baumfachmann erkennen.“

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