Rund 100 Betriebe im Kreis Unna hatten Wilke-Wurst im Programm

dzWurstskandal

Produkte von Wilke sind auch in Lünen verkauft worden. Händler haben die Gammelwurst aus den Regalen genommen. Der Kreis spricht von rund 100 Fällen. Worauf Verbraucher jetzt achten sollten.

Lünen

, 11.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Skandal um den Wurstwarenhersteller Wilke betrifft die ganze Republik. In mehr als 1000 Produkten des hessischen Unternehmens waren Listerien-Bakterien entdeckt worden.

Die Keime hatten nachweislich zu 37 Krankheitsfällen und drei Todesfällen geführt. Ein Opfer stammt wohl aus Nordrhein-Westfalen. Vor allem für Neugeborene, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten sind Listerien gefährlich.

Rund 100 Betriebe im Kreis betroffen

Rund 100 Lebensmittelbetriebe im Kreis Unna sind nach Angaben der zuständigen Kreisveterinärbehörde betroffen. Die Zahlen schwanken noch. Viele Listen mit betroffenen Betrieben muss die Kreisveterinärbehörde in Unna abarbeiten.

Unter den 100 Betrieben im Kreis Unna, die Waren aus der Fabrik in Hessen bekommen haben, seien nicht nur Händler, Supermärkte oder Großhändler. Auch Kantinen, andere gastronomische Betriebe und sogar Imbissbuden erhielten Fleisch und Wurstwaren aus der hessischen Fabrikation.

Alle Kräfte im Einsatz

„Wir nehmen zu jedem belieferten Betrieb Kontakt auf“, sagt Kreissprecherin Constanze Rauert. Telefonisch und auch vor Ort seien alle verfügbaren Kollegen im Einsatz.

In aller Regel hätten die Betriebe bereits reagiert und die Produkte aus dem Verkauf genommen. Die Lebensmittelwächter vom Kreis stellen dies sicher und dokumentieren alle Vorgänge.

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Verbraucher sollten Wurst im Kühlschrank checken

Schwieriger ist es beim Endverbraucher. Denn wer am Ende eine Wurst zum Verzehr kauft, wird natürlich nicht in den Büchern festgehalten.

Mittlerweile haben die Behörden aber eine Liste mit den Markennamen erstellt, unter denen die Produkte verkauft wurden. Entscheidend ist das sogenannte Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“. Damit versehene Produkte sollten nicht verzehrt werden. (siehe Infobox)

Angesichts der vielen Fälle sah sich der Kreis bisher nicht in der Lage, die Verkaufsstellen den einzelnen Städten des Kreises zuzuordnen.

Foodwatch will Offenlegung erzwingen

Harte Kritik zum Vorgehen der hessischen Behörden mit dem Wurst-Skandal gibt es von der Lebensmittelorganisation Foodwatch. Hier will man nun gerichtlich erzwingen, dass alle Unternehmen und Verkaufsstellen, die mit Wilke Produkten beliefert wurden, offengelegt werden.

LISTE

FOLGENDE MARKEN SIND BETROFFEN

Hinter folgende Markennamen können sich auch Produkte von Wilke verbergen. Genau wie die Eigenmarke sind sie mit dem Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“ versehen.
  • Haus am Eichfeld
  • Metro Chef
  • Service Bund „Servisa“
  • CASA
  • Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • ARO
  • Findt
  • Domino
Die betroffenen Produkte können im Handel gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. Weitere Informationen gibt es auf den Homepages des Landes Hessen und beim LANUV.
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