Risiko wegen Corona: Gesundheitshaus bleibt geschlossen in Lünen

dzSelbsthilfegruppen

Was macht ein Gesundheitshaus in Zeiten der Pandemie? Es bleibt geschlossen. Daran ändern auch die bundesweiten Lockerungen der Corona-Regeln nichts. Die Arbeit ruht deshalb aber nicht.

Lünen

, 27.07.2020, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Unna nennt sich Gerne selbst „der gesunde Kreis“. Dafür tut er auch was: Er unterhält in Unna, Schwerte und Lünen Gesundheitshäuser als dezentrale Anlaufpunkte für die Mitglieder von rund 260 Selbsthilfegruppen. Seit Monaten sind diese Gesundheitshäuser allerdings geschlossen. Und daran wird sich „bis auf Weiteres“ auch nichts ändern, wie Kreissprecherin Birgit Kalle auf Anfrage sagt.

Ziel: Risikogruppen vor Ansteckung schützen

„Wir haben dort eine besondere Verantwortung für die Menschen“, sagt sie. Schließlich handele es sich bei den Nutzerinnen und Nutzern oft um Menschen mit Erkrankungen - um Vertreter der sogenannten Risikogruppen. Sie gelte es in der Corona-Zeit besonders zu schützen. Und daher die Türen geschlossen zu halten.

Dass das eine Härte darstelle, weiß Kalle. Der Austausch mit Leidensgenossen ist für das Wohlbefinden bei chronischen Erkrankungen immens wichtig. Deshalb unterhalte der Kreis ja in Unna und Lünen Gesundheitshäuser und in Schwerte den Treffpunkt Gesundheit. Doch es gelte abzuwägen: den unbestreitbaren Nutzen auf der einen Seite und das Risiko einer Ansteckung auf der anderen. Der Kreis Unna geht da lieber auf Nummer sicher, sucht aber gleichzeitig nach neuen Wegen der Hilfe.

Neue Wege der Begegnung suchen

Von A wie Adipositas bis Z wie „Zwischen Arbeit und Ruhestand“: Die regulären Treffen und Beratungen der Selbsthilfegruppen finden in den Häusern nicht statt. Gearbeitet wird aber trotzdem, wie Birgit Kalle sagt. Dabei seien auch die Mitarbeiterinnen der Gesundheitshäuser behilflich. Sie organisieren selbst die Treffen oder unterstützten dabei die Selbsthilfegruppen. Zwei Beispiele.

  • Junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren mit Depressionen planen zurzeit Outdoor-Aktivitäten. Das nächste Treffen ist am Mittwoch, 5. August, um 18 Uhr in Lünen. Interessierte Betroffene, die mit anderen Wege suchen, trotz der Krankheit ihren Alltag erfolgreich zu bewältigen, können dazu stoßen. Laura Schwarz von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen des Kreises Unna (K.I.S.S.) nimmt unter Tel. 02303/272829 oder per E-Mail an laura.schwarz@kreis-unna.de Anmeldungen an und sagt, was genau wo geplant ist.
  • Derzeit plant die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen des Kreises Unna (K.I.S.S.) im Gesundheitshaus Unna etwa eine Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende zum Austausch untereinander, aber auch um gemeinsam mit den Kindern sportliche oder kulturelle Freizeitaktivitäten zu unternehmen. Coronabedingt würden solche Treffen zunächst im Außenbereich stattfinden. Ansprechpartnerin ist Margret Voß, Tel. 02303/ 272829, E-Mail margret.voss@kreis-unna.de.
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