Richter wollen Geständnis des Angeklagten auf Herz und Nieren prüfen

Geldautomaten-Prozess geplatzt

Der Prozess um den missglückten Geldautomaten-Coup in der Sparda-Bank an der Bebelstraße in Lünen ist geplatzt. Der Grund dafür ist mehr als ungewöhnlich.

Lünen

, 27.06.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Sparda-Bank an der Bebelstraße: Hier soll der Angeklagte versucht haben, einen Automaten zu sprengen.

Die Sparda-Bank an der Bebelstraße: Hier soll der Angeklagte versucht haben, einen Automaten zu sprengen. © Britta Linnhoff (Achiv)

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in der Nacht des 4. Mai 2016 versucht zu haben, den Geldautomaten der Bank zu sprengen. Laut Anklage waren der 33-Jährige und ein bislang unbekannter Komplize gerade dabei, Löcher in die Seite des Automaten zu bohren, als der Alarm ausgelöst wurde. Um nicht von der Polizei geschnappt zu werden, sollen die beiden Täter sofort die Flucht ergriffen haben.

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Gleich zu Prozessbeginn am Montag vor dem Dortmunder Landgericht hatte der Angeklagte seine Beteiligung an der Tat eingeräumt. „Ich war einer der beiden Männer“, hieß es in einer von ihm selbst verlesenen Erklärung. Schulden, die er durch Sportwetten angehäuft hatte, hätten ihn in die Arme von falschen Freunden getrieben.

Neustart in den Sommerferien

Ausgerechnet sein Geständnis sorgt nun dafür, dass der Prozess nicht wie geplant fortgesetzt werden kann. Denn der 33-Jährige hatte darin die Behauptung aufgestellt, nicht der Alarm, sondern sein eigenes schlechtes Gewissen hätten die weitere Tatausführung verhindert. Juristisch könnte er damit aus freien Stücken von dem versuchten Diebstahl zurückgetreten sein und deshalb nicht mehr bestraft werden können.

Weil die Richter nun eine längere Beweisaufnahme durchführen müssen, startet der Prozess nach den Sommerferien neu.

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