Realschule Altlünen bekommt Neubau: Antrag für weitere Räume fürs Gymnasium scheiterte

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Die Realschule Altlünen soll für 21,5 Millionen Euro einen Neubau mit Turnhalle bekommen. Die Politik ebnete dafür den Weg. Diskutiert wurde aber fast nur über das Gymnasium Altlünen.

Nordlünen

, 19.10.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gemeinsam tagten die Ausschüsse für Bildung und Sport sowie Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) am Donnerstag (10.10.) im Rathaus. Die Sondersitzung hatte nur einen Tagesordnungspunkt: Den Beschluss zum Neubau der Realschule Altlünen.

Grünes Licht für einen Ersatz des sanierungsbedürftigen Schulgebäudes hatte der Rat bereits im Juli 2018 gegeben. Seit Anfang Januar konnten Lehrer, Schüler, Eltern und Nutzer aus dem Stadtteil in der Schulbauberatung ihre Ideen und Vorstellungen einbringen. Der Neubau der 14,5 Millionen teuren Realschule soll barrierefrei sein und 50 Prozent mehr Platz für modernen Unterricht bieten. Den Bau der neuen Turnhalle samt Abriss der alten für rund 6 Millionen Euro soll die Stadtwerke Lünen Grundstücksgesellschaft (SLG) durchführen.

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Die Zeit für den Schulneubau drängt: die Betriebsberlaubnis, bezogen auf den Brandschutz, ist befristet. Um das Risiko zeitlicher Verzögerungen zu vermeiden, wird auf einen Architektenwettbewerb verzichtet. „Wir gehen bei der Ausschreibung nicht nur über den reinen Preis, sondern fragen auch Qualität ab“, so ZGL-Betriebsleiter Marc Stoverock.

Blitzantrag der Grünen

Dass in der Sitzung überwiegend über das benachbarte Gymnasium Altlünen diskutiert wurde, lag an einem Blitzantrag der Grünen. Der bezog sich auf den gemeinsam genutzten Erweiterungsbau beider Schulen. Die Grünen plädierten dafür, vier Räume dieses Gebäudes dem Gymnasium Altlünen zu überlassen und den Realschulneubau um vier Räume zu erweitern.

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Ute Brettener (Grüne) begründete den Vorstoß mit zusätzlichem Raumbedarf, den der Leiter des benachbarten Gymnasiums, Reiner Hohl, angemeldet hatte. Diesen direkt in die neuen Planungen einzubeziehen, sei aus Sicht der Grünen kostengünstiger als spätere Erweiterungen und würde Planungssicherheit für die zukünftige Entwicklung des Gymnasiums gewährleisten.

Verwaltung sieht aktuell keinen Raumbedarf

Die Verwaltung hingegen sieht diesen Raumbedarf mittelfristig nicht. Beigeordneter Horst Müller-Baß erklärte, die Schülerzahlen am Gymnasium Altlünen seien rückläufig.

Die fünfzügig konzipierte Schule sei im fünften Jahrgang dreizügig, in den Jahrgängen 6 bis 8 vierzügig und im 9. und 10. Jahrgang dreizügig. Jürgen Grundmann, Leiter des Schulverwaltungamtes, ergänzte, dass momentan eher ein Run auf Realschulen zu beobachten sei und Computerräume durch die Nutzung von I-Pads wieder frei werden könnten.

Ob weiterer Raumbedarf bestehe, könne man vielleicht erst in den nächsten sieben bis zehn Jahren sagen.

Schulleiter: Nicht nur Schülerzahlen sehen

Schulleiter Reiner Hohl mahnte, den Raumbedarf nicht an den reinen Schülerzahlen festzumachen, denn der sei heute durch moderne Pädagogik anders als früher. Er berief sich auf das Kölner Modell. Danach bräuchten Gymnasien dort 275 Quadratmeter mehr, das entspricht vier Klassenräumen.

Problem für den Ausschuss: Der Kostenrahmen soll nicht überschritten werden. Zu möglichen Mehrkosten konnte sich die Verwaltung nicht äußern.

Die Ausschussmitglieder lehnten den Antrag der Grünen bei zwei Gegenstimmen der Grünen ab. Der Ausschuss für Bildung und Sport beschloss den Neubau der Realschule Altlünen bei zwei Enthaltungen der Grünen.

Notiz im Protokoll

Die Mitglieder des Betriesbauschusses ZGL fassten ebenfalls den Neubau-beschluss. Sie nahmen allerdings auf Anregung von Karsten Niehues (FDP) eine Zusatznotiz ins Protokoll auf.

Danach soll innerhalb des Kostenrahmens und des Raumplanes untersucht werden, ob die Möglichkeit zu einer späteren Erweiterung besteht. „Es geht um die Zukunft für unsere Kinder“, so Niehues.

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