Rassistischer Begriff bei Rewe Melson in Lünen-Süd - Unternehmen reagiert

dzAlte Bezeichnung

Ein rassistischer Begriff im Rewe Melson in Lünen-Süd hat eine Lünerin „geschockt“. Der Markt hat reagiert. Die Diskussion erinnert an ähnliche Entwicklungen im ganzen Land.

Lünen

, 05.09.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein ganz normales Wort? Das findet die Lünerin Christiane S. nicht. Das jedoch sei die Antwort gewesen, als sie die Mitarbeiterin im Rewe Melson in Lünen-Süd auf den Begriff „Mohrenkopf-Brötchen“ ansprach, der dort an der Frischetheke groß aufgeschrieben war. Und den Christiane S. nicht in Ordnung findet. Sie sei „geschockt“, schreibt sie in einer Mail an die Redaktion. Sie möchte nicht mit vollem Namen erwähnt werden.

Warum der Schock? Der Begriff „Mohr“ ist rassistisch, es handelt sich unter anderem laut Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch um eine Fremdbezeichung für Menschen aus Afrika und einen Begriff, der aus einer Zeit stammt, als eben jene Menschen in Deutschland nicht als vollwertige Menschen gesehen wurden.

Rewe findet den Begriff „unzulässig“

Ein klares „No-Go“, findet auch Marktleiter Thomas Melson. Eine Mitarbeiterin, die sonst nicht fürs Beschriften der Theke zuständig sei, habe die Initiative übernommen und sich nichts bei dem Begriff gedacht. Eine solche Aufschrift werde es im Markt nicht mehr geben.

Von der offiziellen Rewe-Pressestelle heißt es auf Anfrage: „Rewe ist ein multikulturelles Unternehmen und hat deshalb eine klare Haltung: Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus findet bei uns keine Toleranz. Diese Haltung und entsprechende Verhaltensgrundsätze sind im Leitbild und im Verhaltenskodex für alle verbindlich festgelegt.“ Es herrsche gesellschaftlicher Konsens darüber, dass die Bezeichnung aufgrund rassistischer Konnotation unzulässig sei.

Diskussionen in der Republik

Um den Begriff gibt es deutschlandweit Diskussionen, so bezeichnete Straßen werden umbenannt, auch ein Hotel ändert seinen Namen. Gleichzeitig hat der Konzern Knorr seine Grillsauce umbenannt, die bisher „Zigeunersauce“ hieß. Die Sauce soll künftig „Paprikasauce ungarischer Art“ heißen, teilte das Unternehmen mit. Hintergrund sei, dass der alte Begriff negativ interpretiert werden könne.

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