Rätseln über Gestank: Ingenieure prüfen Rückhaltebecken nahe der Lippe

dzVerunreinigung

Die Lippe stinkt nicht mehr. Das sagt Daniela Fiege, Chefin des Stadtbetriebs Abwasserbeseitigung, am Montag (25. 5.). Ein anderes Problem dauere aber an. Die Lösung könnte teuer werden.

Lünen

, 26.05.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beißender Geruch und weißliche Substanzen auf der Wasseroberfläche: Diese offensichtliche Verunreinigung der Lippe auf Höhe des ehemaligen Hauses Buddenburg hatte ein Mann aus Lünen am Sonntag vor einer Woche gemeldet. Auch fünf Tage später konnte niemand in der Kreisverwaltung die Ursache benennen. Das hat sich auch am Montag (25. Mai) nicht grundsätzlich geändert.

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„Wir wissen nicht, wo das herkommt“, sagt Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna, der für Lünen zuständigen Aufsichtsbehörde. Mehrmals seien Mitarbeiter draußen in Lippholthausen gewesen. Sie haben zwar nicht entdeckt was genau da passiert ist, dafür aber, wer sich kümmern muss: der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen, kurz: SAL.

„Am Freitag hat es nicht mehr gestunken“

„Wir konnten das nicht feststellen, was der Passant beschrieben hat“, sagt Daniela Fiege, Chefin des Stadtbetriebs Abwasserbeseitigung. Am Freitag habe an der Lippe nichts mehr übel gerochen. Vielleicht habe es sich bei den weißen Verunreinigungen auch um Blütenstaub gehandelt, mutmaßt sie. Sie nehme das aber ernst. Denn an anderer Stelle, sagt Fiege, stinke es regelmäßig: im Regenrückhaltebecken an der Schlossmühle.

Dort wird das Oberflächenwasser aus dem Industriegebiet Frydagstraße - also der Niederschlag, der dort auf Gebäude und Straßen fällt - hingeleitet. Immer wieder stinke es dort. Und das Wasser sei gräulich getrübt. „Das sind keine beunruhigenden Stoffe“, sagt Fiege, ohne die Substanzen genau zu benennen. Sie gehe von „gewissen chemischen Reaktionen“ aus. Welche und wie sie abzustellen sind, kann der SAL alleine nicht feststellen. Vor einem Dreivierteljahr habe der städtische Betrieb deshalb ein Ingenieurbüro beauftragt.

Ingenieurbüro bereitet Bericht vor

Die Ergebnisse stehen noch aus. Sobald sie vorliegen, müsse sich die Politik - Fachausschuss und Rat - damit beschäftigen. Das lässt vermuten, dass für die Problembehebung Investitionen anstehen werden, die das laufende Geschäft übersteigen. Fiege will sich dazu jetzt noch nicht äußern. Die Ingenieure arbeiten schließlich noch.

Die Beschwerden über Geruchsbelästigungen hatten sich in den vergangenen Jahren gehäuft: ob Spaziergänger oder Gäste der Schlossmühle: vielen stank es gewaltig. Ob das mit dem Klimawandel zu tun haben kann, der mehr Hitze und Trockenheit mit sich bringt? Eine Vermutung, die Fiege, selbst diplomierte Expertin für Siedlungs-Wasserwirtschaft, auch schon gekommen ist. Aber auch das gelte es, durch die Ingenieure zu ermitteln.

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