Die Politik lehnte den Vorschlag der Verwaltung ab, eine Protected Bike Lane an der Cappenberger Straße in Lünen einzurichten. © Quiring-Lategahn
Meinung

Protected Bike Lane: Politiker treten Sicherheit und Klima mit Füßen

Die Politik stellt sich gegen die Protected Bike Lane auf der Cappenberger Straße. Sie spielt mit Leben und versetzt dem Kampf gegen den Klimawandel einen Stich ins Herz, findet unser Autor.

Jeder Versuch, die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr zu erhöhen, ist lobenswert. Dass die Ausschüsse für Umwelt, Klima und Mobilität sowie für Sicherheit und Ordnung die Protected Bike Lane mehrheitlich abgelehnt haben, zeigt, wie erschreckend wenig Bedeutung diesem Vorschlag zugewiesen wurde.

Dabei ist die Protected Bike Lane, wie der ADFC es formuliert, genau der richtige Schritt für mehr Sicherheit auf dem Rad und ein besseres Klima. Denn: Die Aussicht, auf einem geschützten Weg fahren zu können, macht das Radfahren viel attraktiver. Es besteht weitaus weniger Konfliktpotenzial zwischen Auto- und Radfahrern. Menschen auf Fahrrädern müssen sich die Straße nicht mehr mit Autos, Lastwagen oder Motorrädern teilen. Alleine das senkt schon das Unfallrisiko enorm – und rettet Leben.

Ein Restrisiko besteht immer. Wird jedoch mit entsprechender Vorsicht gefahren, besteht kaum Gefahr, mit der Leitschwelle oder den Baken zu kollidieren. Dieser Einwand ist daher nicht gerechtfertigt. Man kann schließlich auch kurzzeitig den Lenker falsch einschlagen und über die Bordsteinkante segeln.

Die Politik verhindert mit ihrer Entscheidung langfristig, dass sich mehr Menschen auf dem Rad sicherer fühlen und auf das Auto verzichten. Doch genau das ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel.

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