Tipps vom Experten: So übersteht der Garten die Hitzeperiode

dzSerie Garten-Jahr

Eine der unliebsamen Aufgaben im Garten ist die Bewässerung von Rasen und Beeten während der warmen Sommermonate. Aber es gibt Möglichkeiten, den Aufwand zu begrenzen.

von Neil Saad

Lünen

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Damit grün bleibt, was grün bleiben soll, geben Hobbygärtner deren Verlangen gerne nach und bewässern ihren Garten. Für mich ist die Gartenbewässerung ein wichtiges Thema. Dabei möchte ich den Aufwand dieser notwendige Arbeit so gering wie möglich halten. Zudem ist es mir wichtig, den Wasserverbrauch effizient zu gestalten. Außerdem: Wer bewässert meinen Garten, wenn ich im Sommer verreise?

Gute Gartenplanung spart am meisten Wasser

Der erste Schritt zur Einsparung von Wasser und Arbeit ist eine durchdachte Gartenplanung. Durch die Verwendung von trockenheitstoleranten Pflanzen ist eine zusätzliche Bewässerung nur während anhaltender Dürreperioden notwendig. Ansonsten überstehen diese auch heiße und trockene Phasen ohne Schaden zu nehmen.

Grundsätzlich gilt, dass heimische Pflanzen am besten an die hiesigen Verhältnisse angepasst sind. Zu diesen Verhältnissen zählen auch warme Sommer. Zwar zeigen diese Pflanzen bei langer Trockenheit Reaktionen wie Blattwurf oder Triebsterben. Jedoch erholen sie sich davon wieder. Daneben gibt es spezielle Gewächse, die trockene Standorte sogar lieben. Aus diesem Grund befinden sich in meinem Vorgarten verschiedene Geranium, Lavendel und Sonnenhut. Eine Ecke nahe der Einfahrt ist den ganzen Tag von der Sonne beschienen. Zudem strahlt die Einfahrt zusätzliche Wärme ab. Dort gedeiht Sedum besonders gut. Verschiedene Arten und Sorten machen das Beet abwechslungsreich und bunt.

Die Regenwassernutzung ist ökologisch wertvoll

Kostbares, aufbereitetes Trinkwasser für die Gartenbewässerung zu verwenden, kommt für mich nur als Ausnahme in Frage. Deshalb bin ich dankbar, dass mir der Vorbesitzer meines Gartens direkt zwei Alternativen hinterlassen hat. Zum einen ein Bohrloch zwischen Vorgarten und Garten. Zum anderen eine Zisterne unter der erhöhten Terrasse. Während eine Pumpe Wasser aus dem Bohrloch Grundwasser fördert, sammelt die Zisterne Regenwasser vom Hausdach. Dieses wird durch eine zweite Pumpe und einen Wasserhahn auf der Terrasse entleert.

Bohrlöcher können durch Fachbetriebe angelegt werden. Die Kosten variieren je nach Tiefe. Bei einer Zisterne richtet sich die Größe nach der zu bewässernden Fläche. Wirtschaftlich interessant: Fängt die Zisterne Regenwasser vom Hausdach auf, ist dieses vom jährlichen Grundbeitrag für das Abwasser abziehbar.

Schwere Handarbeit?

Gießkannen schleppen ist eine mühselige Arbeit. Allerdings ist dies für die Kübelpflanzen auf der Terrasse die einfachste Möglichkeit. Dagegen bewässere ich sowohl den Vorgarten als auch den Garten mit dem Gartenschlauch. Vor allem meine Gemüsekübel sind auf diese Versorgung angewiesen.

Tipps vom Experten: So übersteht der Garten die Hitzeperiode

Neil Saâd gießt nur noch auf der Terrasse mit der Kanne. © Saad

Eine Vereinfachung stellt eine automatisierte Bewässerung dar. Diese ziehe ich für die Terrasse in Erwägung. Dabei schließe ich an die Pumpe einen weiteren Schlauch an, welcher eine Leitung zur Terrasse speist. Von dieser gehen einzelne Tropfschläuche ab und enden in den Pflanzkübeln. Gebe ich Wasser auf die Leitung, erhält jeder Kübel automatisch solange Wasser, bis ich die Pumpe abstelle.

Sprühsystem für Beete

Dieses Prinzip ist auf jedes Gartenbeet übertragbar. Jedoch empfiehlt sich für Beetflächen kein Tropfsystem, sondern ein Sprühsystem. Hierbei verteilt eine Düse Wasser in einem bestimmten Radius. Das System ähnelt einem Rasensprenger. Es ist für größere Beete oder mit dem Gartenschlauch schwierig erreichbare Stellen ideal. Zusätzlich übernimmt auf Wunsch ein Steuerungscomputer die manuelle Arbeit - und die Urlaubsvertretung, wenn die Familie im Sommer auf Reisen geht. Doch da in meinem Fall der Computer noch Zukunftsmusik ist, verlasse ich mich dieses Jahr noch auf meinen Nachbar.

Der Autor

Neil Saâd, Jahrgang 1981, ist gelernter Kaufmann und Hobbygärtner. Mit seiner Frau und seiner Tochter lebt er seit 2013 als Haus- und Gartenbesitzer an der Dortmunder Stadtgrenze. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er in dieser Serie über sein Leben zwischen Familie, Beruf und Garten.
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