Leere Schulhöfe und Klassenzimmer bestimmen seit Weihnachten die Schullandschaft, wie hier an der Ludwig-Uhland-Realschule in Lünen. Das wird sich ab Montag ändern. Zumindest in Teilen. © Goldstein
Unterrichtsstart

Präsenzunterricht in Lünen: Lob für Vorlaufzeit, Sorge um Mutationen

Ab Montag startet im Wechselmodell der Präsenzunterricht an den Schulen. Die Schulleitungen in Lünen loben die längere Vorbereitungszeit. Einige Sorgen und viele Herausforderungen bleiben aber.

Der Start von Präsensunterricht in Schulen, wenn auch im Wechselmodell, trifft bei den Schulleitungen in Lünen auf Optimismus. Überwiegend zumindest.

Abschlussklassen an weiterführenden Schulen und alle Grundschüler werden ab dem 22. Februar wieder zur Schule gehen. Im Wechsel zwischen Distanz- und Präsensunterricht soll das Infektionsrisiko möglichst klein gehalten werden.

Für die Grundschulen, an denen alle Klassen von der neuen Regelung betroffen sind, heißt das: Jede Klasse wird in zwei Gruppen geteilt. „Die eine Hälfte der Kinder wird dann in Präsenz unterrichtet, die andere nimmt am Distanzunterricht teil“, erklärt Iris Lüken, Schulleiterin an der Osterfeldschule. Die Grundschulen in Lünen haben sich am Donnerstag (18. Februar) gemeinsam über das Vorgehen abgestimmt.

Wechsel tage- oder wochenweise

Im festen Rhythmus finde ein Wechsel der Gruppen statt. Ob das tageweise, über zwei Tage oder im Wochenturnus passiert, entscheide jede Schule selbst. Gleichwohl sei die Organisation von Wechselbetrieb und gleichzeitiger Betreuung für Schülerinnen und Schüler, die nicht zu Hause betreut werden könnten eine Herausforderung.

„Es war an dieser Stelle sehr hilfreich, etwas mehr Zeit für die Planung nutzen zu können“, so Lüken weiter. 2020 waren die sogenannten Schulmails des NRW-Schulministeriums oft mit sehr kurzen Fristen zur Umsetzung eingegangen.

Lob für mehr Vorbereitungszeit

Auch im Schultalk der Ruhr Nachrichten Anfang Februar hatte sich Mathias Richter, der als Staatssekretär im NRW-Schulministerium tätig ist, deshalb Kritik anhören müssen. „Herr Richter hat sein Versprechen eingehalten“, so das Resümee von Christian Gröne, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. „Ich find es gut, dass im Ministerium ein Lernprozess stattgefunden hat.“

„Wir hatten uns im Vorfeld auf die Inhalte der letzten Schulmail eingestellt“, bestätigt auch Benjamin Müller, Schulleiter der Ludwig-Uhland-Realschule. Überraschungen seien ausgeblieben, Infos konnten rechtzeitig weitergegeben werden. Das sei auch für die Zukunft wünschenswert.

Bedenken wegen Virus-Mutationen

Die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht sieht Gröne dabei durchaus auch „zwiegespalten“. 260 der 940 Schüler am GSG werden ab Montag im tageweisen Wechsel wieder zur Schule kommen. „Ich möchte natürlich auch den Präsensunterricht, blicke aber mit Sorge auf die Ausbreitung der Virus-Mutationen.“ Zeitgleich biete das Wechselmodell auch an der GSG neue Möglichkeiten.

Eine teilweise Rückkehr der Schüler wird es auch am Berufskolleg Lippe geben. „Wir freuen uns sehr darüber“, sagt Schulleiterin Rita Vonnahme dazu. Etwa 75 Prozent der Schüler werden auch hier weiter auf Distanz unterrichtet. Das funktioniere zwar ganz gut, sei aber für die Lehrkräfte, die wechselweise Distanz- und Präsenzunterricht geben, anstrengend. Denn nicht überall in der Schule gebe es stabiles Wlan.

150 CO2-Ampeln im Test

150 CO2-Ampeln hat die Stadt für die Schulen angeschafft, die an regelmäßiges Lüften erinnern. „Wie hilfreich sie sein werden, muss sich mit Beginn des Präsenzunterrichts zeigen“, sagt Lüken dazu. Am Gymnasium Altlünen habe man im Herbst die Erfahrung gemacht, dass Intervalle zwischen 15 und 20 Minuten zwischen dem Stoßlüften angemessen seien, wie der stellvertretende Schulleiter Michael Rausch-Holtmann erklärt. 150 von rund 550 Schülern kehren hier in den Präsensunterricht zurück. Die Größen der Lerngruppen würden so reduziert, dass Abstände „problemlos eingehalten werden können.“ Lehrer tragen FFP2-Masken, Schülern wird geraten, dies ebenfalls zu tun.

Sollten ab 7. März weitere Klassen zurückkehren, könne man hoffentlich schon auf Erfahrungen aus dem Wechselmodell zurückgreifen, meint Gröne. „Ich denke aber nicht, dass wir vor Ostern wieder alle Schüler zurückholen können.“

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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