Pommes-Currywurst-Mayo ist in Lünen mittags beliebt - „nur zweimal brennen darf‘s nicht“

dzJahrestag der Currywurst

Am 4. September wird die Currywurst 70 Jahre alt. Nicht ganz so lang in Lünen, aber trotzdem nicht wegzudenken: Die Schlemmerbar. Bekannt für ihre Pommes-Currywurst-Mayo - auch extra scharf.

von Kimberly Becker

Lünen

, 26.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wurst brutzelt auf dem Rost, die Pommes frittieren im siedenden Öl vor sich hin, die bunten Piekser stehen griffbereit: Ein Uhr mittags und die Schlange vor der Schlemmerbar, Marktstraße 11a, wird länger und länger. „Der Nächste bitte", ruft Mitarbeiterin Birgit Naddig Grieshaber über die graue, sterile Theke und nimmt einen Wunsch nach dem anderen entgegen. Auch wenn das Angebot für so eine überschaubare Bude doch recht groß ist, lautet die Antwort meistens: Pommes-Currywurst-Mayo - manchmal auch mit extra scharfer Soße.

Der Erfolg liegt in der Soße

Am 4. September wird die Currywurst 70 Jahre alt und ist auch heute noch beliebt wie eh und je. Der Grund dafür liegt vermutlich in der Soße, denn die schmeckt bei jeder Bude immer ein wenig anders. Das Geheimnis des Erfolgs liegt im Rezept eines jeden Imbiss-Betriebs - so auch die Currysoße der Schlemmerbar, die inzwischen seit über 30 Jahren in Lünen unzählige Würstchen über die Theke bringt.

Im Juli 1986 wurde Hans Schmiedseder, Besitzer der Schlemmerbar, das Geschäft zum Kauf angeboten, „weil es nicht richtig lief“, wie er sich erinnert. Seitdem habe sich nichts an der Rezeptur geändert. Vor einigen Jahren habe man eine etwas schärfere Soße ins Sortiment mit aufgenommen. Laut Schmiedseder seien die Kunden anfangs skeptisch gegenüber der neuen Kreation gewesen, doch inzwischen ist die Soße sogar der Verkaufsrenner in der Schlemmerbar.

Experimentierfreudige Jugend

Laut Schmiedseder sind besonders die Jüngeren ausgefallenen Kreationen gegenüber offen und probieren gerne mal Neues aus - wie zum Beispiel Käse- oder Joppiesoße auf den Pommes. Doch egal, ob Klassiker wie Jäger- oder Zigeunersoße, außergewöhnliche Kompositionen oder eben die Currysoße - eins haben sie alle gemeinsam: Die Rezeptur für die verschiedenen Soßen bleibt unter Verschluss. „Was die Zutaten unserer Soßen sind, darf ich natürlich nicht verraten. Das bleibt ein Geheimnis", erklärt Birgit Naddig Grieshaber.

Neben den Soßen sieht Hans Schmiedseder noch zwei weitere Gründe, warum in der Schlemmerbar schon so lange die Würstchen über die Ladentheke gehen: „Sauberkeit und Qualität. Ohne diese zwei Dinge gäbe es den Imbiss nicht mehr.“

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Ursprung in Berlin

Das Basisrezept für die Currysoße ist aber bei den meisten Imbissen ähnlich und basiert auf dem Ursprungsrezept von 1949, als vermutlich Herta Heuwer die Currywurst in ihrer Bude in Berlin erfunden hat. Damals habe sie an einem ruhigen Tag mit ihren Zutaten experimentiert und vermischte dann Paprika, Tomatenmark, Worcestershiresauce, Paprikapulver und weitere Gewürze und vermengte die Soße dann mit einer geschnittenen Bratwurst. Das Ergebnis ist die Currywurst, wie sie auch noch heute gegessen wird. Der Soße gab Herta Heuwer dann den Namen "Chillup" und ließ sie beim Patentamt in München patentieren. Ob das aber wirklich die Geburtsstunde war, ist bis heute noch umstritten.

Scharf - aber zweimal brennen sollte es nicht

Doch egal, wo der Imbiss-Liebling auch erfunden wurde, überall erfreut sich Groß und Klein über ihre Pommes-Currywurst-Mayo. Der sogenannte Mantateller sei laut Grieshaber noch immer der Kassenschlager in der Schlemmerbar. Die 55-Jährige kann diese Euphorie über das Bratwurst-Gericht aber verstehen. Currywurst könne sie jeden Tag essen und das auch Zuhause noch. „Ein Bäcker isst ja auch Brot und ein Metzger Fleisch", sagt sie. Von Eintönigkeit könne sie da nicht sprechen. Dafür halte sie aber nichts von Veränderungen und Trends wie super scharfe Currywurst mit Millionen von Scoville. „Das kann ja nur ungesund sein. Ich sag mal so: Bei uns kann man die Wurst essen ohne, dass es zwei Mal brennt", sagt die langjährige Mitarbeiterin.

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