Polizeipräsident Gregor Lange: „Das Corona-Virus hat auch für Kriminelle vieles verändert: Tatgelegenheiten sind weggebrochen - zum Beispiel dadurch, dass die Menschen mehr Zeit zuhause verbracht haben.“ © Bandermann (A)
Kriminalitäts-Statistik

Polizeipräsident Gregor Lange: Leben in Lünen ist sicher wie lange nicht

Wie schon 2019 kommt der Dortmunder Polizeipräsident auch für 2020 zu dem Ergebnis, dass das Leben in Lünen sicher ist. Ein zahlenmäßiger Überblick über die registrierten Straftaten:

Das Leben in Lünen ist nach Einschätzung des Dortmunder Polizeipräsidenten Gregor Lange „so sicher wie lange nicht mehr“. Die Zahl aller Straftaten sei auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken.

Das sagte Lange laut Pressemitteilung der Polizei bei der Vorstellung der Kriminalitäts-Statistik für das Corona-Jahr 2020 am Montag (8. März) in Dortmund.

  • Den nackten Zahlen zufolge ist die Gesamtzahl der Straftaten auf Lüner Stadtgebiet von 5.493 (2019) auf 5267 (2020) zurückgegangen.

  • Mit fast 54 Prozent sei außerdem die Aufklärungsquote auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden können, hieß es weiter: „Auch hier gab es eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (50,83 Prozent).“

Gewaltkriminalität

  • Bei der Gewaltkriminalität hat sich in Lünen 2020 im Vergleich zum Vorjahr rein zahlenmäßig so gut wie nichts verändert. 223 Straftaten im Corona-Jahr 2020 stehen 221 in 2019 gegenüber.

  • Die Aufklärungsquote in diesem Bereich stieg leicht von 74,66 Prozent (2019) auf 77,13 Prozent in 2020.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Zahl der registrierten Straftaten in Lünen von 2011 bis 2020.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Zahl der registrierten Straftaten in Lünen von 2011 bis 2020. © Grafik: Polizei © Grafik: Polizei

Straßenkriminalität

  • Einen Rückgang verzeichnet die Polizei 2020 im Bereich Straßenkriminalität: „Hier zeigt uns die Statistik die Gesamtzahl von 1.298 Taten und ein Minus von fast zehn Prozent im Vergleich zu 2019 an. Zugleich ist hiermit ein Zehn-Jahres-Tief erreicht“, sagte ein Sprecherin der Polizei im Gespräch mit unserer Redaktion.

  • Konstant niedrig sei dabei die Zahl der Straßenraube geblieben: 19 Fälle weist die Statistik sowohl für 2020 als auch für 2019 aus. 2012 waren es mit 42 noch mehr als doppelt so viele, sagte die Sprecherin weiter: „Die Aufklärungsquote stieg von 42,11 im Vorjahr auf 52,63 Prozent – mehr als jeder zweite Raub in Lünen wurde 2020 damit aufgeklärt.“

  • Gestiegen ist die Anzahl der Taschendiebstähle: Mit 87 Taten steht in der Statistik für 2020 jedoch trotzdem die zweitniedrigste Fallzahl seit mehr als zehn Jahren. 2011 waren es noch 201 Fälle. Im Vorjahr waren es 57 Diebstähle, was ein Plus von 34,48 Prozent bedeutet.

Wohnungseinbrüche

  • „Erneut gesunken ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr“, erklärte die Polizeisprecherin: „2020 waren es im gesamten Lüner Stadtgebiet nur noch 81 Fälle – das bedeutet ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zu 2019. Betrachtet man den alarmierenden Höchststand im Jahr 2015 (423), gab es im vergangenen Jahr nicht mal mehr ein Viertel der Fälle.“

  • Dass hier die Corona-Pandemie Einfluss genommen habe, sei – wenn auch nicht belegbar – wahrscheinlich, hieß es bei der Polizei: „Die Tatsache, dass die Menschen 2020 mehr Frei- und Arbeitszeit zuhause verbracht haben, hat Einbrechern vermutlich ihr Handwerk erschwert.“

Sexualdelikte

  • Einen deutlichen Anstieg zeigt die Kriminalstatistik im Bereich der Sexualdelikte um mehr als 90 Prozent von 79 Fällen (2019) auf 151 (2020).

  • Entscheidend hierfür sei ein Feld, dass die Polizei in den vergangenen zwei Jahren sehr stark in den Fokus genommen habe, betonte die Polizeisprecherin: 63 Fällen von „Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornographischer Schriften“ im Jahr 2020 stünden 21 Fällen in 2019 gegenüber. Das komme einer Verdreifachung gleich. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt den Angaben zufolge bei fast 100 Prozent.

  • „Dass Kinder Opfer sexualisierter Gewalt werden können, ist mir unbegreiflich und natürlich setzen wir weiterhin alles daran, gegen diese Straftäter vorzugehen“, sagte hierzu Polizeipräsident Gregor Lange laut Pressemitteilung.
Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks
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