Polizei warnt: Kriminelle machen mit Spenden für Corona-Hilfe Kasse

Betrüger

An Haustüren und per Telefon versuchen Betrüger immer wieder, die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie für illegale Geschäfte auszunutzen. Jetzt bitten sie um Spenden.

Lünen

03.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Betrüger wollen mit Mails, in denen sie angeblich um Spenden für Corona-Hilfe bitten, ans Geld anderer Leute.

Betrüger wollen mit Mails, in denen sie angeblich um Spenden für Corona-Hilfe bitten, ans Geld anderer Leute. © picture alliance/dpa

Mit einer neuen fiesen Masche wollen Kriminelle in der Corona-Krise Kasse machen. Betrüger täuschen Hilfsbereitschaft zum Schutz vor Infektionen vor und behaupten, in offiziellem Auftrag unterwegs zu sein. Alleiniges Ziel: Mit krimineller Energie unter Vortäuschung falscher Tatsachen an das Geld der Opfer zu gelangen. Das Gesetz stellt diese Form des Betrugs unter Strafe, so ein Sprecher der Polizei Dortmund, die auch für Lünen zuständig ist.

Mit emotionaler Mail Geld ergaunern

Dabei suchen die Täter nicht nur den persönlichen Kontakt zu potenziellen

Opfern, sondern nutzen auch digitale Wege. So ist derzeit eine E-Mail im Umlauf,

die mit emotionaler Sprache an Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein und

Solidarität der Empfänger appelliert und am Ende des fehlerfrei formulierten

Textes zu einer Spende aufruft. Das gespendete Geld werde an Profi-Helfer im

gesamten Land weitergeleitet.

In aktuellen Fällen geht die Dortmunder Polizei davon aus, dass die

E-Mail-Absender ihre Post massenhaft versenden und dabei berücksichtigen, dass

nicht alle Empfänger den Betrugsversuch sofort durchschauen - und tatsächlich

Geld überweisen.

Als Chef der Dortmunder Kriminalpolizei warnt der Leitende Kriminaldirektor

Walter Kemper: „Ob am Telefon, an der Haustür oder per E-Mail: Betrüger setzen

geschickt Sprache ein, um ihre Opfer zu manipulieren und Druck aufzubauen.

Vielfach nutzen sie auch die Angst der Betroffenen vor einem Unheil aus. Deshalb

unsere dringende Bitte: Zeigen Sie Misstrauen, wenn eine unbekannte Person eine

Gefahr inszeniert und dazu auffordert, Geld auszuhändigen.“

So kann man sich schützen:

  • Informieren Sie die Familie, Freunde und Nachbarn darüber, dass Betrüger auf vielfältige Art und Weise versuchen, mit der Pandemie Geschäfte machen wollen.
  • Sie sind nicht verpflichtet, an eine Organisation Geld zu spenden. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Insbesondere bei ausländischen IBAN-Konten und anderen nicht erkennbaren oder unbekannten Konten und Organisationen ist Vorsicht geboten.
  • Treten Sie bei Kontakt zu einer unbekannten Person am Telefon oder an der Haustür selbstbewusst auf. Beantworten Sie keine Fragen.
  • Beenden Sie ein verdächtiges Telefongespräch rigoros. Es ist nicht unhöflich, sich vor einer Straftat zu schützen.
  • Antworten Sie auf die verdächtige E-Mail eines unbekannten Absenders nicht. Öffnen Sie keine Anhänge.
  • An Haus- und Wohnungstüren gilt: Lassen Sie Unbekannte nicht in die Wohnung. Bei einem Verdacht wählen Sie sofort den Polizei-Notruf 110.
  • Zeigen Sie Betrugsversuche und -fälle an, damit die Polizei die Tatverdächtigen identifizieren und weitere Straftaten verhindern kann.
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