Parteien in Lünen nach der Wahl: Viele Hoffnungen haben sich nicht erfüllt

dzStimmen zur Wahl

Die Kommunalwahl in Lünen ist gelaufen: Zwei Parteien verlieren - zwei Parteien gewinnen Stimmen bei der Kommunalwahl in Lünen. Wirklich zum Feiern zumute war jedoch nur einer Partei.

Lünen

, 13.09.2020, 23:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ute Brettner von den Grünen machte es kurz: „Ergebnis verdoppelt, das ist doch super!“ In einem Garten in Brambauer hatten sich einige Mitstreiter von Bündnis 90/Die Grünen versammelt und feierten die mehr oder weniger Verdoppelung ihres Ergebnisses von 2014: Knapp 14 Prozent gegenüber knapp 7 Prozent vor sechs Jahren. „Das müssen wir jetzt erstmal sacken lassen. Danach werden wir in der Fraktion besprechen, wie es weiter geht.“

Künftig werden die Grünen mit acht Vertretern in Lünens höchstem Gremium sitzen - das sind doppelt so viele Abgeordnete wie bei der AfD, die erstmals in den Lüner Rat einzieht. Peter Herbertz, Sprecher des Stadtverbandes Lünen, ist trotzdem nicht zufrieden: „Wir hatten uns ehrlich gesagt mehr erhofft.“ Aber angesichts der aktuellen Situation - bekanntlich hatte sich die AfD im Kreis Unna vor der Wahl in einem Machtkampf aufgerieben - sei das Ergebnis erfreulich.

Stärkste Kraft im Lüner Rat bleibt die SPD, sie muss aber mit rund 34 Prozent deutliche Verluste gegenüber 2014 hinnehmen. Rainer Schmeltzer, der als Bürgermeisterkandidat Amtsinhaber Jürgen Kleine-Frauns am 27. September in einer Stichwahl fordert, bedauert vor allem den Verlust des Direktmandates für Hans-Michael Haustein: „Damit verlieren wir eine erfahrene Kraft.“ Allerdings habe man das Wahlziel, stärkste Fraktion zu bleiben, erreicht. „Jetzt geht es darum, weiterhin im Sinne der Stadt Lünen gute politische Arbeit zu leisten.“

GfL holt erstes Direktmandat

Ein Ziel, das auch Günter Langkau, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, verfolgt. Am Wahlabend gab er sich zerknirscht: „Es ist ärgerlich, dass wir zwei Prozent gegenüber 2014 verloren haben. Die hätte ich gerne noch gehabt.“ Dafür freue man sich darüber, ein Direktmandat mehr als bei der letzten Wahl geholt zu haben. „Wir haben einen guten Wahlkampf gemacht, wofür ich allen, die sich bei der CDU engagiert haben, herzlich danken möchte.“ Nun müsse man analysieren, woran es gelegen hat.

Genau das wird die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Lünen“ auch tun. Denn laut Prof. Johannes Hofnagel hatte man sich auch bei der GfL mehr erhofft - immerhin bleibt die Gemeinschaft drittstärkste Kraft im Rat, muss sich den Platz aber mit den Grünen teilen. „Und wir freuen uns darüber, das erste Direktmandat geholt zu haben.“ Mit Blick auf die AfD sagte Hofnagel, dass die GfL an einer „Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien“ interessiert sei.

Bei der FDP ist man da differenzierter: Laut Pascal Rohrbach scheidet für die Liberalen nicht nur die AfD, sondern auch die Linke für eine Zusammenarbeit aus. Die FDP wird mit zwei Mandaten im Rat vertreten sein. „In den kommenden fünf Jahren müssen wir dafür sorgen, dass es beim nächsten Mal besser wird.“

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