Polizei und Ordnungsamt kontrollierten am Freitagmorgen (29. Januar) die Maskenpflicht am Busbahnhof in Lünen. © Goldstein
Am Busbahnhof

Ordnungsamt Lünen und Polizei kontrollieren Maskenpflicht am Busbahnhof

In einer gemeinsamen Aktion haben Polizei und Ordnungsamt am Freitag (29.1.) die Einhaltung der Maskenpflicht am Busbahnhof Lünen kontrolliert. Ein Herr hatte eine kuriose Ausrede parat.

Seit der Einführung der verschärften Maskenpflicht auch im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) haben sich beim Ordnungsamt der Stadt Lünen Hinweise gehäuft, dass sich Fahrgäste in den Bussen nicht an die neuen Regeln – in diesem Fall das Tragen einer OP- oder FFP2-Maske – halten.

„Wir hatten uns deshalb entschieden, am Busbahnhof eine Schwerpunktkontrolle durchzuführen“, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage. Dazu habe man sich auch an die Polizei gewandt. „Die waren sofort einverstanden.“

Und so standen am Freitagmorgen (29.1.) Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsamt am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und überprüften die Fahrgäste. „Erfreulicherweise gab es nicht viele Verstöße“, so Spangardt. Einige Personen hätten nur Stoffmasken getragen. „Wir haben auf die Notwendigkeit einer medizinischen Maske hingewiesen“, erläutert Spangardt.

Ordnungsamt hilft mit Einwegmasken aus

Tatsächlich hatten die Ordnungshüter sogar Einmalmasken dabei, die dann an die betroffenen Fahrgäste verteilt wurden. „Wir setzen gerade bei neuen Regeln erst einmal auf Ansprache und Aufklärung, weil das in den allermeisten Fällen auch für Akzeptanz sorgt. Wir haben natürlich immer mal wieder Personen, die nicht einsehen, dass sie etwas falsch machen oder die uns wiederholt auffallen. Das führt dann zu einem Bußgeld“, sagte Wolfgang Starost, der den Einsatz aufseiten des Lüner Ordnungsamts leitete.

Bußgelder wurden allerdings am Freitagmorgen nicht verhängt. „Generell stellen wir fest, dass der Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Lünen sich an die Regeln hält“, so Starost.

Dort, wo die Maske fehlte, hätten die angesprochenen Personen laut Benedikt Spangardt weitestgehend Verständnis gezeigt: „Oft hieß es dann ,Sorry, vergessen, kommt nicht wieder vor‘.“ Lediglich ein Passagier sah nicht ein, dass er eine Maske tragen sollte.

„Er meinte, es sei noch nicht acht Uhr, und vorher brauche er das nicht.“ Die Beamten hätten ihm dann „geduldig klargemacht, dass die Maskenpflicht sehr wohl schon vor acht Uhr gilt“, so Spangardt, der auch ankündigt: „Das wird nicht die letzte Schwerpunktkontrolle gewesen sein.“

Falsche Maske ist kein Hinderungsgrund

Ganz einfach ist die Überprüfung der Maskenpflicht übrigens nicht, denn das Ordnungsamt kann nur in der jeweiligen Kommune eingreifen. Fährt ein Bus beispielsweise von Lünen nach Bergkamen, wäre für die Lüner Ordnungshüter an der Stadtgrenze Schluss.

Die Verkehrsbetriebe Kreis Unna (VKU) als Betreiber der Buslinien können jedoch auch nicht permanent kontrollieren: „Da sind dann tatsächlich Polizei und Kommunen zuständig“, sagt Pressesprecherin Felicitas Bachmann.

Wenn nun ein Fahrtgast keine medizinische Maske trägt, habe das erstmal keine Folgen, so die Sprecherin weiter: „Unsere Busfahrer sind natürlich dazu angehalten, alle Fahrgäste auf die Maskenpflicht hinzuweisen. Aber sie dürfen einem Fahrgast, der keine medizinische Maske trägt, nicht die Beförderung verweigern.“

Allerdings könnte der Busfahrer in einem solchen Fall die Leitstelle informieren, die dann wiederum Polizei oder Ordnungsamt einschalten würde, um den Fahrgast am Zielort in Empfang zu nehmen.

Der Fall, dass ein Fahrgast gänzlich auf eine Maske verzichtet, sei bisher bei der VKU noch nicht vorgekommen. „Allgemein reagieren alle mit Verständnis auf die Maßnahmen und halten sich an die Regeln“, sagt Felicitas Bachmann.

Es gebe zudem innerhalb der VKU die Überlegung, die Busfahrer mit Einwegmasken auszustatten. „Falls ein Fahrgast keine medizinische Maske parat hat, könnte man dann aushelfen.“ Die Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, folglich sind solche Masken in den VKU-Bussen auch noch nicht zu haben.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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