Die Schuleingangs-Untersuchungen in Castrop-Rauxel finden statt, für manche vielleicht erst im 1. Schuljahr. © picture alliance / dpa
Schuleingangsuntersuchungen

Nicht alle i-Männchen aus Lünen werden vor dem ersten Schultag untersucht

863 Kinder in Lünen gehen am 19. August zum ersten Mal in die Schule. Die Eingangsuntersuchung wird jedoch anders ablaufen als sonst- wenn sie denn überhaupt stattfindet. Eine Mutter erzählt.

Normalerweise ist eine Schuleingangsuntersuchung für jedes Kind Pflicht. Daran hat sich auch durch die Corona-Pandemie nichts geändert: Alle Erstklässler im Kreis Unna müssen zum Amtsarzt. Der große Unterschied: Während die Untersuchungen im Normalfall im Frühjahr vor der Einschulung stattfinden, kann der Termin 2021 auch später liegen – womöglich auch erst nach dem ersten Schultag.

Eine Umfrage in einer Lüner Eltern-Gruppe auf dem sozialen Netzwerk Facebook ergibt eine eindeutige Tendenz: Die meisten Familien haben noch keinen Termin vom Kreisgesundheitsamt für eine Schuleingangsuntersuchung erhalten. „Wir warten noch“ oder „Wir haben noch keinen Termin“ sind die häufigsten Antworten. Dabei scheinen die Eltern oft im Unklaren gelassen zu werden: „Leider wurde ich nicht darüber informiert was passiert, wenn es keine Untersuchung vor der Einschulung gibt oder dass es länger dauert“, sagt eine Mutter auf konkrete Nachfrage.

Keine Berührungen bei der Untersuchung

Immerhin: Einige Eltern meldeten sich, dass die Schuleingangsuntersuchung bereits stattgefunden hat. „Wir haben einen Anruf vom Gesundheitsamt bekommen“, schildert eine Mutter auf Anfrage unserer Redaktion. „Dort wurde mir dann der Termin durchgesagt und ich wurde darüber informiert, wie das Ganze abläuft und welche Dokumente ich mitbringen muss.“ Einige Tage später sei die Information dann auch noch einmal schriftlich gekommen.

Am Tag der Untersuchung selbst sei die Mutter mit ihrem Sohn zum Kreishaus gekommen. „Ich selbstverständlich mit OP- oder FFP2-Maske, meinem Sohn war es freigestellt“, schildert sie die Situation. Ihr Sohn hätte mit 5 Jahren keine Maske tragen müssen. „Aber es war wünschenswert, und er hat es auch getan.“ Die beiden warteten vor dem Gebäude. „Pünktlich zum vereinbarten Termin wurden wir dann untern abgeholt.“

Eine Dame geleitete die beiden zum Fahrstuhl und wählte auch die Taste für die richtige Etage. „Wir mussten dann mit dem Aufzug hoch, die Dame selbst hat die Treppe genommen.“ Den ersten Teil der Untersuchung absolvierte ihr Sohn, so wie alle Anwesenden, mit Maske, danach ging es weiter zur Ärztin, wo der Junge die Maske abnehmen durfte. „Nach allen Untersuchungen wurden wir dann von der Ärztin wieder in den Fahrstuhl gebracht und auch dort hat sie die Etage ausgewählt und sich verabschiedet. “

Die Mutter war mit dem Ablauf der Untersuchung zufrieden. Selbst auf die Zeigekarten habe ihr Sohn mit der Rückseite eines Stiftes zeigen müssen, durfte also nicht seine Finger benutzen. „Ich persönlich kam mit gar nichts dort in Berührung, und mein Sohn nur mit dem Tisch und dem Stift.“

Keine Rückstellungen zu befürchten

Rund 3500 Einschulkinder sind dem Schulärztlichen Dienst des Kreises Unna für das Schuljahr 2021/22 gemeldet. „Die Schuleingangsuntersuchungen sind derzeit nicht ausgesetzt“, stellt Kreissprecherin Birgit Kalle klar. „Es kann aber auch nicht das übliche Pensum, wie wir es aus den Jahren vor 2020 kennen, absolviert werden.“ Denn zum einen sind entsprechende Corona-Schutzmaßnahmen zu erfüllen, zum anderen ist das Personal aus dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst auch im Infektionsschutz tätig.

Da die Untersuchungen jedoch Pflicht sind, können sie aufgrund der aktuellen Pandemielage auch im laufenden Schuljahr erfolgen: „Das Kind kann trotzdem eingeschult werden, die Untersuchung wird dann nachgeholt.“ Ein Prozedere, das auch schon im vergangenen Jahr zum Einsatz kam. Sorgen, dass ein Kind im Nachhinein aufgrund einer Untersuchung zurückgestellt wird, sind laut Birgit Kalle unbegründet: „Wenn eine Schulrückstellung in Frage kommt, fällt das in aller Regel nicht erst in der Schuleingangsuntersuchung auf, sondern im Vorfeld in der Kita oder bei U-Untersuchungen der Kinderärzte.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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