Neuer Radweg von Rünthe nach Lünen soll sogar eine Beleuchtung bekommen

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Spätestens zur Internationalen Gartenaustellung (IGA) 2027 soll es den Radweg geben, der Lünen und Bergkamen miteinander verbindet. Er soll bisher unbekannten Komfort für die Radler bringen.

Bergkamen

, 18.05.2020, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Bergkamener nach Lünen zum Einkaufen, zur Arbeit oder zum Bahnhof wollen, um von dort eine Reise anzutreten – dann können sie sich in einigen Jahren überlegen, dafür das Fahrrad zu nehmen. Spätestens zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 soll der Radweg von Rünthe nach Lünen fertig sein.

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Die beiden Nachbarstädte wollen mit dem Bau des Radwegs drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Er soll IGA-Besuchern die Möglichkeit geben, den IGA-Schwerpunkt Bergkamen-Lünen umweltfreundlich mit dem Rad zu erkunden. Bergkamener und Lünener sollen die Möglichkeit haben, auch sogenannte „Alltagswege“ mit dem Rad zu erledigen. Außerdem soll der Radweg den geplanten Radschnellweg RS1 ergänzen.

Noch ist der Radweg am Kanal von der Marina Richtung Lünen schmal und mit einer sogenannten wassergebundenen Decke versehen. Der neue Weg soll vier Meter breit, asphaltiert und durchgehend beleuchtet sein.

Noch ist der Radweg am Kanal von der Marina Richtung Lünen schmal und mit einer sogenannten wassergebundenen Decke versehen. Der neue Weg soll vier Meter breit, asphaltiert und durchgehend beleuchtet sein. © Stefan Milk

Ergänzung zum Radschnellweg RS1

Der soll zwar von Westen nach Osten durch das ganze Ruhrgebiet verlaufen, spart den nördlichen Kreis Unna aber aus. Die Routenplanung sieht vor, dass er von Dortmund durch Unna, Kamen und Bergkamen weiter nach Hamm verläuft. Der geplante neue Radweg soll eine Art Abzweig in Richtung Lünen werden. Lünen verhandle sogar schon mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) über eine Weiterführung bis in den Dortmunder Norden, sagte der amtierende Bergkamener Baudezernent Marc Alexander Ulrich.

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Er ist sich recht sicher, dass die beiden Nachbarstädte die erforderlichen Fördermittel aus dem Programm „Klimaschutz durch Radverkehr“ bekommen, das der Bund aufgelegt hat. „Immerhin sind wir aufgefordert worden, uns um Fördermittel zu bewerben“, sagt Ulrich.

Der Radweg soll von der Marina bis zum Hauptbahnhof in Lünen führen. Zum Bahnhof soll ein direkter Weg führen. Es ist Tunnel unter den Gleisen aus Richtung Osten geplant.

Der Radweg soll von der Marina bis zum Hauptbahnhof in Lünen führen. Zum Bahnhof soll ein direkter Weg führen. Es ist Tunnel unter den Gleisen aus Richtung Osten geplant. © Foto: Goldstein

Anbindung an den Klöcknerbahnweg und Umfahrung für die Marina

Für Bergkamen soll der Radweg viele Vorteile haben. Er soll bis an den Klöcknerbahnradweg reichen, auf dem später der RS1 verlaufen soll. Bisher gibt es von dort zur Marina keine vernünftige Verbindung. Auch die Marina-Umfahrung um das California-Gelände soll dann endgültig gelöst werden. Am Lüner Hauptbahnhof soll er direkt an einen geplanten Durchstich unter den Gleisen angeschlossen werden.

Von der Wasserstadt soll es an zentraler Stelle eine Fußgänger- und Fahrradbrücke geben, um den Radweg an Oberaden anzubinden.

Von der Wasserstadt soll es an zentraler Stelle eine Fußgänger- und Fahrradbrücke geben, um den Radweg an Oberaden anzubinden. © Stefan Milk

Brücke von der Wasserstadt nach Oberaden

Außerdem soll der Weg die geplante Wasserstadt und Oberaden anbinden. Dafür soll der Weg, der ansonsten am Ufer des Datteln-Hamm-Kanals verläuft, auf das Wasserstadt-Gelände verschwenkt werden. An zentraler Stelle der Wasserstadt ist eine Brücke über die Hamm-Osterfelder Bahn nach Oberaden geplant.

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Sie ist eines der teuersten Projekte beim Bau des Radwegs. Die geschätzten Kosten für die Rad- und Fußwegebrücke betragen etwa zwei Millionen Euro. Das Planungsamt hat dazu keine Alternative. „Wenn wir den Radweg in der Wasserstadt über den Bahnübergang Rotherbachstraße anbinden würden, ergäben sich bis zu zwei Kilometer Umweg“, sagt die stellvertretende Planungsamtsleiterin Christiane Reumke.

Bau abschnittsweise

Radweg soll 2024 komplett befahrbar sein

  • Nach den Berechnungen der beiden Städte lassen sich durch den Radweg knapp 2200 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, weil Verkehrsteilnehmer vom Auto aufs Rad umsteigen.
  • Sobald Fördermittel zugesagt sind, soll der Weg abschnittsweise gebaut werden.
  • Die Stadt Bergkamen geht davon aus, dass er im Jahr 2024 komplett fertig und befahrbar ist. Spätestens zur IGA 2027 soll er auf jeden Fall durchgehend befahrbar sein.
  • Von dem Weg soll es Radfahrverbindungen in die angrenzenden Ortsteile geben – zum Beispiel über den „Bürgerradweg“, der entlang der Jahnstraße zum Naturfreibad Heil führt.

Wie hoch der Eigenanteil der Stadt wird, steht noch nicht fest. Für das gesamte Projekt rechnet sie mit etwa zwei Millionen Euro.

Vier Meter breit und durchgehend asphaltiert

Damit der Radweg komfortabel zu allen Jahreszeiten wird, soll er vier Meter breit, durchgehend asphaltiert und beleuchtet sein. Außerdem soll es Reparaturstationen geben, an denen Radler ihr Rad bei einer Panne selbst flicken können.

Ob die durchgehende Beleuchtung notwendig ist, stellte der Marco Morten Pufke von der CDU übrigens bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr in Frage. Da ließen sich doch möglicherweise Kosten sparen, sagte er. Von Thomas Grziwotz von den Grünen bekam er gleich Contra: „Wenn es um Autos gehen würde, dann würden Sie diese Frage gar nicht stellen.“

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