Patrick Sumner ist neuer Pastoralreferent in der Großgemeinde St. Marien in Lünen. Er freut sich auf seine Arbeit mit den Menschen in Lünen. © Sumner
Patrick Sumner

Neuer Pastoralreferent: Kirchen-Skandale bringen ihn nicht vom Weg ab

Die Verantwortlichen der katholischen Kirche stehen gerade wieder sehr in der Kritik. Der neue Pastoralreferent von St. Marien hat sich dennoch bewusst für den Dienst in der Kirche entschieden.

Das Büro ist noch nicht ganz fertig, im neuen Zuhause warten noch Umzugskartons aufs Auspacken – aber die Arbeit hat für Patrick Sumner dennoch schon begonnen. Der 33-Jährige ist neuer Pastoralreferent in der Lüner St. Marien-Gemeinde und damit Nachfolger von Isabell Schneider, die seit Anfang 2021 Krankenhaus-Seelsorgerin in Lüdinghausen ist.

Sumner hat sich bereits in mehreren Gottesdiensten der Gemeinde vorgestellt, jetzt folgt das erste Dienstgespräch, in dem die Geistlichen und die Pastoralreferenten der Gemeinde ihre Aufgaben untereinander verteilen werden.

Wunsch war eine städtische Gemeinde

Seine neue Heimat Lünen kannte er bislang nicht. Sumner stammt aus Osnabrück, hat seine praktische Ausbildung zum Pastoralreferenten im Bistum Münster in der größten Flächenpfarrei des Bistums in Lengerich/Tecklenburg absolviert. „Mein Wunsch war es, in einer städtischen Gemeinde zu arbeiten“, so Sumner.

Der gebürtige Osnabrücker wünschte sich nach seiner Ausbildung in einer großen Flächengemeinde eine Stelle in einer eher städtischen Gemeinde.
Der gebürtige Osnabrücker wünschte sich nach seiner Ausbildung in einer großen Flächengemeinde eine Stelle in einer eher städtischen Gemeinde. © Sumner © Sumner

Lünen ist etwas mehr als halb so groß wie seine Heimatstadt Osnabrück. „Ich finde es sehr charmant hier, beim Bummeln durch die Straßen habe ich Lünen als sehr gemütliche Stadt wahrgenommen“, so die ersten Eindrücke seiner neuen Heimat.

Natürlich beschäftigen den neuen Pastoralreferenten von St. Marien auch die Diskussionen innerhalb und über die katholische Kirche. Denn er hat sich ganz bewusst für diesen Beruf und auch den Arbeitgeber Kirche entschieden. Im Freundeskreis gab es, als er begann, in Paderborn Religionspädagogik zu studieren, schon Nachfragen, warum. „Für mich war das Studium aber eine logische Konsequenz.“

Zunächst Handwerker-Lehre absolviert

Denn Sumner hatte erst ganz andere Pläne. Nach dem Realschulabschluss in Osnabrück absolvierte er eine Lehre zum Kfz-Mechatroniker und schloss die Ausbildung auch ab. Wohl deshalb, weil beide Großväter Kfz-Meister waren. „Dann habe ich aber doch gemerkt, dass der Beruf auf Dauer nichts für mich ist.“

Er holte die Fachhochschulreife nach und begann, in Wilhelmshaven Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien zu studieren. „Doch die Entwicklung in dem Bereich stockte sehr und die Aussichten waren nicht so gut.“ Da er parallel in seiner Heimatgemeinde „relativ klassisch zusammen mit meinen Freunden kirchlich sozialisiert“ und beispielsweise als Gruppenleiter engagiert war, fragte er sich immer öfter, ob der Ingenieurberuf wirklich etwas für ihn sei.

Weil er vor Ort auch ein „tolles Seelsorgeteam“ hatte und sich immer mehr überlegte, wie er mit Menschen umgehen wolle, auch beruflich, bewarb er sich schließlich an der Fachhochschule in Paderborn. Vor sieben Jahren begann er mit dem Studium und absolvierte auch ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kita.

„Von außen können alle mit Steinen werfen“

„Die Arbeit als Pastoralreferent ist für mich so was wie Berufung, trotz oder gerade wegen der Gesamt-Gemengelage.“ Von außen könnten alle mit Steinen werfen, aber sich der Aufgabe in der Kirche zu stellen, sei sein Grundantrieb. 90 Prozent der Gemeindemitglieder kommen sonntags nicht in die Kirche, wie kann man diese Menschen ansprechen, sie in der Kirche wieder sprachfähig machen, habe er sich gefragt.

Für seine Stelle als Pastoralreferent in St. Marien hat er vom Bistum einen unbefristeten Vertrag erhalten. Das Bistum Münster hat die nächsten drei Jahre dafür vorgesehen, dass Sumner Schwerpunkte für seine Arbeit in Lünen entwickelt. Zu seinen Aufgaben werden aber sicher die Vorbereitung von Erstkommunionkindern und/oder Firmlingen und perspektivisch auch Beerdigungen gehören. „Ich werde auch in den Predigtdienst gehen.“ Mit den Pfarrern und den anderen Mitarbeitern in der Seelsorge gab es am Mittwoch (25.8.) ein Dienstgespräch.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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