Neuer mobiler Blitzer in Lünen: Stadt reagiert mit Humor auf Facebook

Verkehrskontrolle

Blitzer polarisieren. Auch der neue mobile Blitzer der Stadt Stadt Lünen. Auf Facebook greift die Pressestelle bösen Kommentaren vor, „streitet“ mit sich selbst und liefert gleich die Antworten.

Lünen

, 14.01.2021, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Meldung zum neuen mobilen Blitzer auf Lünens Straßen "streitet" die Pressestelle der Stadt gewissermaßen mit sich selbst.

In der Meldung zum neuen mobilen Blitzer auf Lünens Straßen "streitet" die Pressestelle der Stadt gewissermaßen mit sich selbst. © Stachelhaus

Mit den mobilen Blitzern ist das so eine Sache. Auf der einen Seite gibt es dafür Zustimmung, ja sogar Forderungen nach mehr Geschwindigkeitskontrollen. Auf der anderen Seite hagelt es immer dann harte Kritik gegen Städte (oder andere Behörden), wenn neue Blitzer angeschafft werden.

Von Abzocke ist dann die Rede, auch die hohen Anschaffungskosten für Technik und Schulung der Mitarbeiter regen den Unmut, auch im Sozialen Netzwerk Facebook. Neu ist das im Grunde nicht. Der Umgang der Stadt Lünen, die seit 11. Januar einen zweiten mobilen Blitzer im Einsatz hat, ist aber gekonnt.

Auf der Facebookseite der Stadt „Mein Lünen“ greift die Pressestelle nämlich möglichen bösen Antworten dieses Mal gleich selbst vor. „Das Thema ist ziemlich emotional - und manche Reaktionen dazu sind auch ein bisschen vorhersehbar. Deswegen kommentieren wir unseren Beitrag heute einfach mal selbst“, heißt es im Beitrag zum neuen mobilen Blitzer, am Donnerstag (14.01.).

Geldverschwendung, Abzocke, Provision?

Ob die Anschaffung nicht Geldverschwendung sei, kommentiert die Pressestelle nach dem Muster von Facebook-Kommentaren ihren eigenen Post: „Hm. Das sehen wir anders. Klar: eine Stadt muss priorisieren, was sie mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger anfängt. Die Verkehrssicherheit zu gewährleisten ist aber auch eine wichtige Aufgabe der Stadt Lünen, in die sie jetzt investiert hat“, antwortet sich die Stadt dann selbst.

„Ihr wollt euch doch nur die Taschen füllen“, wirft die Stadt sich in einem Kommentar unter Beitrag selbst vor. Ein Klassiker in der Kritik von Blitzer-Gegnern.

„Tja, schön wärs“, lautet die Antwort. „Aber es gibt keine ‚Provision‘ oder so... Das Geld fließt natürlich in die Stadtkasse und so kommen letztlich die Strafen derjenigen, die die Regeln übertreten, der Stadtgesellschaft - also uns allen! - auf diese Weise zugute.“

Der neue Blitzer kostete übrigens 194.000 Euro, inklusive der Schulung des Personals. Auf die Frage, ob jemand schon das Nummernschild kenne, kontert die Stadt: „Ja. wir.“

Anfragen von Bürgern häufiger nachkommen

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass nicht alle Bürger gegen Blitzer sind. Weder in Sozialen Netzwerken, noch im echten Leben. So bekäme die Stadt relativ oft Anfragen von Bürgern, mit der Bitte um mehr Kontrollen. Dem könne man jetzt häufiger nachkommen.

Ähnliche Kommentare über Blitzer finden sich auch unter dem Facebook-Beitrag zum neuen mobilen Blitzer in Lünen auf der Facebookseite unserer Redaktion. Ein Nutzer fasst es allerdings auch so zusammen: „Ich finde es persönlich gar nicht so schlecht, dass die [bei der Stadt] einen neuen mobilen Blitzer anschaffen. Den blauen Kombi und den roten VW kennt nun wirklich jeder. Dann muss man sich einfach mal an die Regeln halten in der StVO und hat auch keine Probleme.“

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