Nicht alle Plätze im Heinz-Hilpert-Theater können in der neuen Saison besetzt werden. © Günter Blaszczyk
Kultur

Neue Kulturbürochefin in Lünen: Trotz Krise soll Kunst ein Erlebnis sein

Ihren Start in Lünen hatte sich Barbara Kastner wohl anders vorgestellt. Mitten im Lockdown trat sie als Kulturbüroleiterin an. Mit kreativen Ideen will sie Kultur dennoch erlebbar machen.

Kreativität ist gefragt in Krisenzeiten. Das gilt natürlich auch und gerade für die Kultur. Das zeigt sich derzeit in der Corona-Krise, in der weder Theaterabende noch Konzerte oder Museumsbesuche und Ausstellungen möglich sind.

Lünens neue Kulturbüroleiterin Barbara Kastner hat viele Ideen, wie Kultur trotzdem zu den Menschen kommt und dennoch alle Corona-Auflagen eingehalten werden. So gibt es eine Zusammenarbeit mit den Künstlern des Lüner Atelierhauses, die eigentlich ihre Jahresausstellung in der Stadtgalerie präsentieren wollten. „Damit die Ausstellung trotz Corona nicht nur digital stattfinden muss, planen wir, die Bilder auch hinter der Glasfassade des Hansesaals zu zeigen“, so die Nachfolgerin von Uwe Wortmann.

Barbara Kastner ist die Nachfolgerin von Uwe Wortmann und wird das Lüner Kulturbüro leiten. Die Theatermacherin wechselt dafür die Perspektive.
Barbara Kastner ist die Nachfolgerin von Uwe Wortmann und wird das Lüner Kulturbüro leiten. Die Theatermacherin wechselt dafür die Perspektive. © Kastner © Kastner

Ab 14. Februar soll diese ungewöhnliche Ausstellung zu sehen sein. Jeder der Künstler des Atelierhauses ist dann hinter Glas mit einem Bild vertreten. „Auch wenn der Hansesaal nicht direkt in der Fußgängerzone liegt, vielleicht machen ja die Lünen einen Schlenker und schauen sich die Kunstwerke an“, so Barbara Kastner. Im Internet können Interessierte dann noch mehr über Künstler, die Gruppe und deren Arbeiten erfahren.

Viel haben Barbara Kastner und ihr Team vom Kulturbüro immer noch mit dem Verschieben von Terminen, vor allem für das Heinz-Hilpert-Theater, zu tun. Corona und der Lockdown hat die meisten Planungen für die laufende Spielzeit über den Haufen geworfen. „Wir versuchen es möglichst fair den Künstlern gegenüber zu machen“, sagt Barbara Kastner.

Neuer Theater-Spielplan ist schon recht voll

Wenn es geht, werden Aufführungen in die nächste Spielzeit 2021/22 verschoben. „Der neue Spielplan ist schon recht voll und wir können ja auch nicht jeden Tag verplanen. Wir wollen ja auch ein bisschen kompensieren, dass die Künstler nicht spielen können. Die Neustarthilfen fangen leider ja nicht alles auf.“ Neben möglichen Verschiebungen hat Barbara Kastner auch schon eigene Ideen umgesetzt, „die ich schön für Lünen finde.“

Mit hoher Schauspielkunst und großem Engagement setzten sich Susanne Hocke und Jürgen Larys mit dem Tabuthema Sterben auseinander. © Diethelm Textoris © Diethelm Textoris

Auch die beiden Lüner Kulturpreisträger Jürgen Larys und Susanne Hocke gehören mit ihrem Art-Ensembletheater zu den Künstlern, die seit vergangenem März nicht arbeiten können. Ihre neue Inszenierung „Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da“, die Bühnenbearbeitung eines Augenzeugenberichtes über den ersten Abwurf einer Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945, konnte bisher nicht auf die Bühne gebracht werden. „Deshalb wird es jetzt am 27. Februar einen Stream des Stückes digital geben.“

Schon 2020 musste das beliebte Festival Junges Theater ausfallen. Nun hofft Barbara Kastner, dass es in diesem Jahr wieder stattfinden kann. „Wenn die Lehrer Kapazitäten haben, Stücke einzustudieren. Es wäre schön, wenn die Schüler dann eine große Bühne zur Verfügung hätten, auch mit weniger Zuschauern als sonst. Aber da müssen wir die weiteren Entwicklungen abwarten.“

Studioproduktion in der Innenstadt

Barbara Kastner überlegt, eine Studioproduktion in die Innenstadt zu bringen – die Schauspieler agieren in einem Ladenlokal, die Zuschauer schauen von draußen zu. Auch an eine Fortsetzung des erfolgreichen Freiluft-Programms von 2020 ist gedacht: „Es gibt Menschen, die noch nicht in Innenräume wollen, aber trotzdem Kultur live erleben möchten.“

Ende Februar/Anfang März wird es zudem am Museum in Schwansbell ein Freiluft-Angebot geben, um Spaziergänger auf das Museum aufmerksam zu machen.

Im Lüner Museum finden Veranstaltungen zum Tag der Bibliotheken statt.
Im Lüner Museum finden Veranstaltungen zum Tag der Bibliotheken statt. © Goldstein © Goldstein

„Theater und Museum sind Erlebnis- und Bildungsorte, die in der Krise Halt geben und neue Blickwinkel auf Situationen ermöglichen.“ Kultur und Kunst seien wesentliche Elemente „für unsere Gesellschaft und es ist eine schöne Herausforderung, etwas zu entwickeln.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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