Die erste Kategorie mit 450 Klinik-Mitarbeitern ist am Katholischen Klinikum Lünen/Werne geimpft. Am Donnerstag startet die nächste Runde der Kategorie II, diesmal mit dem Impfstoff von AstraZeneca. © picture alliance/dpa/APA
Coronavirus

Neue Impfrunde für Klinik-Personal in Lünen: Ausfälle sind eingeplant

Auf Personalausfälle durch Impfreaktionen stellt sich das Klinikum Lünen/Werne ein. Ab Donnerstag werden täglich Beschäftigte der Kategorie II geimpft. Gegen den Impfstoff gibt es Vorbehalte.

Zu einem kleinen Impfzentrum mit Ruhezone ist der Konferenzraum des Katholischen Klinikums Lünen/Werne (KKLW) geworden. Am Montag (22.2.) und Dienstag (23.2.) haben dort 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre zweite Impfdosis mit Biontech/Pfizer bekommen. Die Dosen sind vorher im Sterilbereich der Klinik-Apotheke aufgezogen worden. Drei Oberärzte mussten sich aufgrund von Impfreaktionen anschließend krank melden.

In dieser Woche geht es direkt weiter: Von Donnerstag (25.2.) bis Freitag (5.3.) werden Dr. Timo Baumeister und Dr. Mario Wachowiak an jedem Tag 80 Beschäftigte der Kategorie II impfen. Statt Biontech wird es jetzt AstraZeneca sein. „Der Impfstoff ist für Donnerstag angekündigt“, erklärt Dr. Bertold Lenfers, Leiter des Covid-19-Koordingationsstabs des KKWL.

Vorbehalte gegen AstraZeneca

Dass es auch im Lüner Krankenhaus Vorbehalte gegen AstraZeneca gibt, weil der Impfstoff angeblich schlechter vertragen werde und nicht so gut wirke, bestätigt Chefarzt Berthold Lenfers. Ob Impfwillige daraufhin abgesprungen seien, dazu konnte er nichts sagen. Die Impflisten würden erst noch geschrieben. Allerdings stelle sich das Krankenhaus auf einen etwas höheren Personalausfall ein. Der sei bei AstraZeneca mit zehn Prozent angegeben. Am KKLW würden auch nur jeweils 80 Beschäftigte an einem Tag geimpft, damit möglicherweise nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig ausfallen.

Gegen die Skepsis mancher Kritiker hat sich die Corona-Taskforce des Klinikums klar positioniert und eine Impfempfehlung mit AstraZeneca ausgesprochen. Dennoch ist jede Entscheidung individuell zu sehen und freiwillig. In der Abwägung seien Nebenwirkungen von grippalen Symptomen aber eher in Kauf zu nehmen als eine schwere Covid-Erkrankung, so Lenfers. Er erinnert daran, dass es anfangs auch Vorbehalte gegen Biontech gegeben habe, weil dort ein neues Prinzip angewandt wurde. Jetzt sei der Blick auf AstraZeneca gerichtet. Der Impfstoff sei aber genauso sicher wie der andere und mildere den Verlauf, auch wenn er mit 70 Prozent etwas schlechter wirke. Im Vergleich: Die Wirksamkeit eines Grippeimpfstoffs liege bei 50 Prozent.

Geschäftsführer noch nicht geimpft

Das St. Johannes-Hospital in Dortmund, das mit dem Klinikum Lünen/Werne zu einem überörtlichen katholischen Krankenhausverbund gehört, ist jüngst in die Schlagzeilen geraten. Der Geschäftsführer hatte sich bereits impfen lassen, während Ärzte und Pfleger noch warteten. Aus Lünen kam ein anderes Signal: Der Geschäftsführer ist laut Lenfers noch nicht geimpft.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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