Neue Aufgaben in Rostock für Norbert Chlebowitz

Kirchenmusiker

Die Zeichen stehen auf Abschied. Nach zehn Jahren als Kirchenmusiker in Brambauer zieht es Norbert Chlebowitz nun beruflich in den hohen Norden. Privat bleibt er aber weiter Lüner.

Lünen

, 25.12.2018, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Neue Aufgaben in Rostock für Norbert Chlebowitz

Bald hört er auf und widmet sich neuen Aufgaben. Organist Norbert Chlebowitz an seinem Lieblingsinstrument, dem Flügel in der Martin-Luther-Kirche Brambauer. © Michael Blandowski

Zehn Jahre lang war Norbert Chlebowitz Organist in der evangelischen Kirchengemeinde Brambauer. Am Jahresende stehen die Zeichen auf Abschied. Bevor er seine (musikalischen) Zelte in Brambauer abbricht, blickt der 52-Jährige im Interview nach vorn und zurück.

Wie ist Ihre Gefühlslage, so kurz vor dem Abschied aus Brambauer?

Kurz gesagt, ich gehe mit einem weinenden- und einem lachenden Auge. Zehn Jahre waren doch eine lange Zeit. Da bleiben viele schöne Eindrücke.

Warum verlassen Sie Brambauer zum Jahreswechsel?

Der Grund dafür ist ganz einfach. Ich habe eine neue attraktive feste Anstellung in meinem Hauptberuf bekommen. Seit dem 1. Oktober diesen Jahres bin ich künstlerischer Mitarbeiter an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Da aber meine Frau Anja in Lünen und Datteln als Musiktherapeutin arbeitet und wir hier auch Familie haben, werden wir vorerst die Lippestadt nicht verlassen. Ich werde also weiterhin pendeln zwischen Lünen und Rostock. Ein späterer Umzug ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Wie kamen Sie eigentlich nach Brambauer zur Martin-Luther-Kirche?

Zuerst hatte ich hier nur einige Orgelvertretungen übernommen. Den ersten Gottesdienst hat damals Pfarrer Horst Prenzel gehalten. Als später die damalige Organistin Susanne Westerhoff erkrankte, wurden die Vertretungsdienste immer häufiger, bis ich als Dauervertretung eingesetzt wurde. Als jedoch die Orgelstelle dann neu zu besetzen war, wurde ich am 1. Juni 2009 als nebenamtlicher Kirchenmusiker fest eingestellt.

Sie sind auch der Erfinder von „Kirche beflügelt“. Wie ist die Veranstaltung, immer am ersten Sonntag im Monat um 18 Uhr in der Martin-Luther-Kirche Brambauer, eigentlich entstanden?

Im Zuge der Renovierung der Martin-Luther-Kirche fiel auf, dass wir in der Kirche nur über ein altes und nicht besonders gutes Klavier verfügten. Mein Vorschlag, einen Flügel anzuschaffen, fand Zustimmung. Jedoch konnte die Gemeinde die Finanzierung alleine nicht stemmen. Deshalb etablierten wir „Kirche beflügelt“. Mit den Spendeneinnahmen der Konzerte sollte nach und nach die Anschaffung des Flügels refinanziert werden. Gott sei Dank, gab es auch noch Großspenden, ich denke da insbesondere an die Brambauer Kleiderkammer. So konnte die Kaufsumme in nur zwölf Monaten refinanziert werden. Eine beeindruckende Leistung. Aber auch nach dieser Zeit erwies sich die Konzertreihe als Erfolg. Das zeigen die hohen Besucherzahlen.

Was gehörte eigentlich genau zu Ihren Aufgaben?

In erster Linie bin ich Organist bei Gottesdiensten und Andachten.

Was war denn ihr schönstes Erlebnis in Brambauer?

Da erinnere ich mich an die Passions- und Adventsandachten im Altarraum der Kirche. Vielleicht weil es Andachten im kleineren Kreis waren, und weil die Atmosphäre in diesen Zeiten der Besinnung und Erwartung für mich immer auch etwas Besonderes ist. Auf der anderen Seite war aber auch der Besucherzuspruch bei den Konzerten immer wieder ein schönes Erlebnis. Man steht da eine halbe Stunde vor Konzertbeginn und zählt innerlich alles auf, was die Leute heute vielleicht vom Konzertbesuch abhalten könnte, andere Veranstaltungen, ein verkaufsoffener Sonntag oder ein Fußballspiel im Fernsehen. Und dann kommen doch 100 oder mehr Besucher. Da freut man sich schon sehr.

Sie gelten als ein besonderer Organist.

Nun, das liegt wohl daran, dass ich eben sowohl Orgel als auch Klavier spiele, und dass ich auch eine große stilistische Bandbereite habe, von klassischer Musik bis Jazz, vom liturgischen Orgelspiel bis zur freien Improvisation.

Sind Sie schon nervös vor der Verabschiedung?

Eigentlich muss ich jetzt schon oft daran denken. Es wird für mich sicherlich ein schwerer Abschied. Ich hoffe, dass es nicht allzu emotional wird.

Was nehmen Sie an Erinnerungen mit?

Vieles. Die Zusammenarbeit mit den Pfarrern. Alle hatten ihre eigene Art die Gottesdienste zu gestalten. Von der Kirche selbst werde ich das Gotteshaus als eine schöne Burg, um es mit Luthers Worten zu sagen, in Erinnerung behalten.

Wann und wo dürfen wir Sie in Brambauer wiedersehen?

Sicherlich werde ich gelegentlich Konzerte von Kirche beflügelt besuchen. Und ich denke auch, dass ich mal ein Gastkonzert geben werde. Bisher haben wir aber noch keinen Termin festgelegt.

Musiker Norbert Chlebowitz wird am Sonntag, 30. Dezember, nach dem 10-Uhr-Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche, Brechtener Straße, mit einem Empfang verabschiedet.
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