David Wacker von der Schädlingsbekämpfungsfirma Sonnenburg bringt Taubennetze an einer Häuserspalte in der Fußgängerzone an. Das Problem seien weniger die Tiere, sondern der Kot zwischen den beiden Häusern. © Sylva Witzig
Innenstadt in Lünen

Netz zwischen Bijou Brigitte und Bella Rosa schützt vor Taubenkot

Eine Arbeitsbühne steht mitten in der Fußgängerzone - das erregt aufsehen bei den Passanten. Die Firma Sonnenburg ist im Einsatz, um die Innenstadt vor Taubenkot zu schützen.

In der Häuserspalte zwischen Bijou Brigitte und Bella Rosa fühlten sich die städtischen Tauben wohl: Sie schliefen und nisteten dort. Doch wo Tauben sich aufhalten, machen sie auch Dreck. Der muss weg, fanden die Hauseigentümer und engagierten die Schädlingsbekämpfungsfirma Sonnenburg.

Die ist am Donnerstag (17. September) am Werk. „Wir spannen ein Netz, damit die Tauben nicht mehr in die Spalte fliegen können. Gegen die Tiere hat hier niemand etwas, aber gegen den Dreck“, erklärt Sonnenburg-Mitarbeiter David Wacker. Taubenkot sei zunehmend ein Problem in den Städten – auch das alte Drensteinfurter Rathaus habe das Team bereits mit Netzen ausgestattet.

Die Firma Sonnenburg bringt ein Netz in einer Häuserspalte an, damit Tauben nicht hineinfliegen und dort koten.
Die Firma Sonnenburg bringt ein Netz in einer Häuserspalte an, damit Tauben nicht hineinfliegen und dort koten. © Sylva Witzig © Sylva Witzig

Taubenkot muss weggeschrubbt werden

Und wie befestigt man so ein Taubennetz? „Zuerst bohren wir Löcher in die Fassade, darein kommen Dübel und dann werden Drähte gespannt. An den Drähten machen wir das Netz fest“, sagt Wacker. Etwa 60 Quadratmeter Netz braucht man für die kleine Spalte zwischen den beiden Häusern.

Drei Tage lang sind die beiden Mitarbeiter mit der Baustelle beschäftigt: Nach der Arbeit wird der vorhandene Taubenkot mit einer Drahtbürste vom Boden geschrubbt. „Mit dem Hochdruckreiniger können wir da nicht ran, sonst fließt das ganze fiese Wasser durch die Fußgängerzone“, sagt Wacker.

Einsatz ist schonend für die Tiere

Die Tauben haben der Firma keinen Strich durch die Rechnung gemacht: Hätten die Tiere gerade in der Häuserspalte gebrütet, hätten die Mitarbeiter mit ihrer Arbeitsbühne ein anderes Mal wieder kommen müssen. „Jungvögel dürfen wir nicht anfassen, damit sie nicht von den Eltern verstoßen werden. Die Nester lassen wir ganz in Ruhe. Kein Tier soll zu Schaden kommen. Wir sind zwar Schädlingsbekämpfer, aber absolut keine Tierquäler“, betont Wacker.

Die Tauben, die zum Start der Aktion in der Häuserspalte saßen, wurden vertrieben: „Wir achten darauf, kein Tier hinter dem Netz einzusperren. Deshalb lassen wir auch vorerst unten ein Loch offen, für den Fall, dass wir eine Taube übersehen haben, die noch heraus möchte.“

Mit Klammern werden die Netze zwischen den Häusern befestigt.
Mit Klammern werden die Netze zwischen den Häusern befestigt. © Sylva Witzig © Sylva Witzig

Die Arbeit mit den Taubennetzen macht David Winkler Spaß, auch wenn man sich dabei einmal schmutzig macht: „Jede Baustelle ist anders. Man kann immer wieder neue Probleme lösen.“ Und die Arbeit geht ihm so schnell nicht aus: Auch in großen Firmen ist Taubenabwehr gefragt.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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