Auch in diesem Jahr findet das Internationale Naturfotografen-Festival nicht statt. Auf tolle Fotos wie dieses von einem Pinguin, das von Tui De Roy stammt, müssen die Besucher noch ein Jahr warten. © Tui De Roy / Roving Tortoise Photos
Wirtschaftliche Gründe

Naturfoto-Festival in Lünen auch dieses Jahr wegen Corona abgesagt

Nach der Lünschen Mess ist nun auch das Naturfoto-Festival im Herbst in Lünen zum zweiten Mal abgesagt worden. Die Veranstalter sehen es aufgrund der Pandemie derzeit als „unplanbar“ an.

Schweren Herzens hat sich die GDT (Gesellschaft für Naturfotografie) auch in diesem Jahr zur pandemiebedingten Absage ihres Internationalen Naturfotofestivals in Lünen entschlossen. Das teilte GDT-Geschäftsführerin Karen Korte am Donnerstag (8. Juli) mit.

Derzeit sei trotz sinkender Inzidenzen das Festival – das vom 29. bis 31. Oktober hätte im Hilpert-Theater, Hansesaal und Rundturnhalle stattfinden sollen – für die GDT „unplanbar“. „Wir dürften das Hilpert-Theater nicht komplett füllen und dann würde sich das Ganze für uns wirtschaftlich nicht rechnen“, so Karen Korte auf Anfrage. Die Vorträge und Seminare waren in den vergangenen Jahren immer schon im Sommer ausgebucht gewesen.

Karen Korte: „Wirtschaftlich wäre ein Festival vor derart reduziertem Publikum mit enormen Verlusten verbunden. Für den Fotomarkt könnte möglicherweise ein Hygienekonzept mit Kontrollen, begrenztem Einlass und einem Leitsystem helfen. Aber was wäre ein Fotomarkt ohne die Vorträge internationaler Fotografen, ohne das Gedränge an den Ständen, die tolle Festivalatmosphäre? Und was bliebe am Ende ohne die vielen naturbegeisterten Menschen von nah und fern, für die Diskussionen und ein Austausch über alle sachlichen, fachlichen und emotionalen Ebenen hinweg im Mittelpunkt stehen? Eine Veranstaltung ohne all das wäre kein richtiges Festival.“

GDT feiert in diesem Jahr Jubiläum

Noch Anfang Mai war die GDT-Geschäftsführerin optimistisch gewesen und davon überzeugt, dass das beliebte Festival, das nicht nur internationale Naturfotografen sondern auch zahlreiche Besucher anlockt, in diesem Herbst wieder stattfinden könnte. Zumal die GDT 2021 seit 50 Jahren besteht und dieses Jubiläum gerne in Lünen gefeiert hätte.

In der Pressemitteilung vom 8. Juli heißt es: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheinen alle Zeichen auf „Öffnen“ und „Normalität“ zu stehen. Die Warnungen der Fachleute vor zu viel Öffnung sind jedoch deutlich, und die Delta-Variante breitet sich aus. Nach wie vor kann der Vortragssaal nur zu einem Drittel gefüllt werden und Lockerungen kann niemand versprechen.

Outdoor-Ausstellung wird konzipiert

Das Gold-Jubiläum soll dennoch nicht ganz spurlos an Lünen vorbei gehen. Aus diesem Anlass konzipiert die GDT momentan „mit freundlicher Unterstützung ihres Partners Cewe“ eine neue Outdoor-Ausstellung mit 50 Bildern von GDT-Mitgliedern. Trotz Festival-Absage möchte die GDT diese Ausstellung zunächst gerne in Lünen eröffnen, bevor sie dann wie üblich auf Tournee geht. „Wir hoffen, dass es klappt und wir von der Stadt Lünen und vielleicht auch Sponsoren bei der Realisierung unterstützt werden.“

Nun liegen alle Hoffnungen für das Festival auf dem kommenden Jahr, wenn es vom 28. bis zum 30. Oktober 2022 wieder heißt „Willkommen in Lünen, willkommen auf dem Internationalen Naturfotofestival der GDT“. Dann soll auch das diesjährige Jubiläum der GDT noch Thema sein, unter dem Motto „Feiern wir die 50 +“.

Andere Szenarien in der Überlegung

Allerdings gibt es auch schon bei den Verantwortlichen der GDT Überlegungen, welche Szenarien möglich sind, wenn „Corona uns weiterhin begleitet und wir auf Dauer nicht das ganze Hilpert-Theater füllen dürfen“. Dort sind es 753 Plätze, die normalerweise bei den Vorträgen alle besetzt sind.

„Dann müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen, vielleicht auch einen anderen Zeitraum für das Festival.“ Lünen soll aber weiterhin der Schauplatz sein. 2020 hätte die Veranstaltung zum 28. Mal über die Bühne gehen sollen. Einst hatte der bekannte Lüner Naturfotograf und Kulturpreisträger Klaus Nigge das Festival in seine Heimatstadt geholt, als er Präsident der GDT war.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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