Einwegmasken landen relativ schnell im Restmüll. Wenn es gut läuft. Mit Mehrwegmasken wäre da mehr drin gewesen, auch für die deutsche Wirtschaft. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Meinung

Nachhaltigkeit in der Corona-Krise: Eine vertane Chance

Über Nachhaltigkeit bei Masken nachzudenken ist nur auf den ersten Blick überflüssig. Der Fokus auf Einwegmasken ist zu kurz gedacht und lässt die deutsche Wirtschaft hängen, findet unser Autor.

Die Diskussion über Nachhaltigkeit bei Masken mag auf den ersten Blick kleinkariert, ja geradezu unwichtig wirken. Schließlich haben wir mit Corona insgesamt ein viel größeres und dringlicheres Problem zu bewältigen. Aber das wäre ein Totschlagargument.

Dass ein Lüner sich als Endverbraucher in die Öffentlichkeit stellt um auf wieder verwendbare Masken aufmerksam zu machen, ist schön. Aber hätte nicht die Politik selbst als entscheidende Instanz die Weichen dafür stellen können?

Technisch sind Mehrwegmasken mit besserem Schutz offensichtlich möglich, wie das Beispiel eines bayrischen Unternehmers zeigt. Die Kosten für zig Einwegmasken im Vergleich zu teureren Mehrwegmasken dürften sich in etwa die Waage halten. Die Verteilung, zum Beispiel über die Masken-Coupons (ein eigenes Thema), wäre auch in ähnlicher Form möglich gewesen. Auch an der Maskenpflicht selbst ändert das nichts.

Nachhaltig plus Vorteile

Zeitgleich wäre damit die deutsche (und / oder europäische) Wirtschaft unterstützt und viel Müll vermieden worden. Für Endverbraucher ist der Schutzeffekt der gleiche. Vorausgesetzt, die Masken werden auch korrekt getragen.

So betrachtet wird derzeitige Fokus auf Einwegmasken mit FFP2- und medizinischem Standard also nicht nur zu einer Sicherheitsfrage. Er ist auch eine vertane Chance, etwas nachhaltig und gleichzeitig besser zu machen.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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