Nach Reparatur: Hahn sitzt wieder auf St. Gottfried in Wethmar

dzKatholische Kirche

Jetzt wissen die Wethmarer wieder, woher der Wind weht: Der Hahn ist aus der Reparaturwerkstatt an seinen Platz auf den Kirchturm von St. Gottfried zurückgekehrt.

Lünen

, 29.10.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Monate lang fehlte der Hahn von St. Gottfried. Am Mittwochmorgen (28.10.) wurde er auf seine neue Achse gesteckt. Sogleich richtete er sich nach dem kräftigen Wind aus, der ihm jetzt wieder in gut 28 Meter Höhe um den Schnabel wehte. Es war deutlich zu sehen, dass die steife Brise aus Westen kam.

Am 9. September hatte man den Hahn vom Dach geholt, weil er sich nicht mehr drehen wollte. Bei der anschließenden Untersuchung wurden kapitale Mängel festgestellt. Hahn und Kreuz mussten zur Intensivbehandlung.

Dazu wurden sie von der Dachdeckerfirma Löhr aus Gahmen zur Schlosserei Dyballa & Lyra in Wethmar transportiert. Dort nahm sich Schlossermeister Detlef Reinholz Gestell und Hahn zur Brust. Durch fehlende Abdeckungen war im Laufe der Zeit Regenwasser in die Achse gelaufen, die aus einer Eisenstange und einem Kupferaußenrohr bestand. So hat der Rost letztlich die Beweglichkeit des Hahnes unterbunden. Zudem waren auch andere Teile stark angegriffen und mussten ersetzt werden.

Die Kirche von St. Gottfried wurde 1958 gebaut. Am 9. Mai wurde der Hahn aufgesetzt, wie Verwaltungsreferentin Beate Galler und Frank Grundner vom Gemeindeausschuss sagen. Aber etwa 60 Jahre habe der grüne Vogel dort oben wohl verbracht. Gebaut worden sei er wahrscheinlich von der Schlosserei Dortmann in der Langer Mark.

Hahn und kreuz wiegen 100 Kilo

Für die nächsten Jahrzehnte wurden etliche Nieten an seinen Federn ersetzt und die Flügel bekamen durch Abstandsröhrchen mehr Luft vom Körper. Nachdem das Kreuz mit einer neuen Halterung mit vier Schrauben auf dem Dach befestigt worden war, schwebte dann der Hahn am Korb mit Detlef Reinholz und Dachdecker Mario Möllmann in die Höhe. Etwa 100 Kilo Gewicht bringt die ganze Konstruktion zusammen auf die Waage. Eine neue Abdeckung soll verhindern, dass wieder Regenwasser in die Kugellager der Achse kommen kann.

Gemeinde sammelt Spenden

Knapp 3,10 Meter Höhe hat Siegfried Buchholz, der Haustechniker des Gemeindeverbundes, gemessen vom Hahnenkamm bis zur Befestigungsplatte. Der Hahn selbst ist 1,15 Meter hoch und 1,05 Meter breit, das Kreuz misst 1,7 Meter. Unterstützt wurde das Team an der Kirche noch durch den Dachdeckergesellen Dominik Baumert und den Schlosser-Azubi Christian Manneck.
Die Kosten für die gesamte Reparatur liegen bei einem mittleren vierstelligen Betrag. Sie möchte die Gemeinde soweit wie möglich durch Spenden abdecken. Etwa ein Drittel sei bisher zusammengekommen.

Anm. der Redaktion: Das genaue Datum, wann der Hahn auf den Kirchturm kam, haben wir nach neuen Informationen aus der Gemeinde nachgetragen.

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