Nach Gabriel-Brief und DNA-Proben: Kibroms Töchter sind endlich in Deutschland

dzProblem mit dem Familiennachzug

Fast drei Jahre hat es gedauert, bis Kibrom Teklehaimanot seine Töchter aus Äthiopien nach Deutschland nachholen durfte. Auch ein Brief vom damaligen Außenminister Gabriel half erst nicht.

Lünen

, 20.01.2019, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als wir im März 2018 über Kibrom Teklehaimanots Fall berichten, ist der zweifache Familienvater verzweifelt. Seine 14 und 16 Jahre alten Töchter sitzen in Addis Abeba fest, der Hauptstadt von Äthiopien, wohin sie aus dem benachbarten Eritrea geflohen waren. Die Familie floh wegen der schlimmen Situation in Eritrea, wo Kibrom unbegrenzten Wehrdienst hätte leisten müssen. Er war vorgegangen, erst nach Äthiopien, dann nach Deutschland, fand hier Unterkunft und eine Arbeit. Seine Töchter aber dürfen nicht nachkommen, bekommen kein Visum und müssen in Äthiopien bleiben.

Mutter starb bei einem Autounfall

Die Töchter Feven und Heran sind bei Bekannten in Addis Abeba; ihre Mutter starb im Juni 2016 bei einem Verkehrsunfall. Sie sind schlecht versorgt und wollen zu ihrem Vater. Der jedoch scheitert immer wieder an der Bürokratie. Die Lünerin Jutta Friedrichs engagiert sich im Arbeitskreis Flüchtlinge und versucht zu helfen, schaltet einen Anwalt und die Politik ein, bis es am Ende sogar einen Brief des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel (SPD) gibt, der einen Sondertermin in der Botschaft in Addis Abeba in Aussicht stellt. Aber auch der bleibt ohne Erfolg. Die Botschaften sind überlastet. Erst im Sommer kommt Bewegung in die Sache.

Nach Gabriel-Brief und DNA-Proben: Kibroms Töchter sind endlich in Deutschland

Der Brief des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel, der sich für Kibrom einsetzte. © Foto: Fröhling

Kibrom muss für die Behörden nachweisen, dass Feven und Heran tatsächlich seine Töchter sind. Also organisiert er einen DNA-Test für sich und seine Töchter. Erneut ziehen Monate ins Land, bis die Deutsche Botschaft in Äthiopien schließlich ihr Okay gibt. Anfang Dezember schließlich hebt in Addis Abeba der Flieger ab - und Feven und Heran sind an Bord. Knapp drei Jahre hat es gedauert, bis Vater und Töchter wieder zusammengefunden haben - von wenigen Besuchen Kibroms in Äthiopiens einmal abgesehen.

„Endlich alles gut“, sagt der Vater

„Jetzt“, sagt Kibrom, „ist endlich alles gut.“ Seine beiden Töchter sind bei ihm, lernen langsam die Sprache und das Land kennen. Die Anmeldung an der Schule haben sie schon hinter sich. Alle drei wohnen gemeinsam in einer Wohnung in Brambauer.

Kibrom arbeitet seit längerem in der Altenpflege, sein zweiter Jahresvertrag läuft im April aus. Danach wird er entweder fest angestellt - oder muss sich einen neuen Job suchen. Geht es nach ihm, arbeitet er dort weiter.

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