Muss-Thema für Lünen: Warum es nur ein öffentliches Klo gibt

Frage an Bürgermeisterkandidaten

Wer mal muss, hat ein Problem in der Lüner Innenstadt. Weit und breit nur eine öffentliche Toilette. Die Frage nach dem nächsten Klo hat das Zeug zum Wahlkampfthema.

Lünen

, 07.09.2020, 08:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
An der Marktstraße mitten in Lünen ist die einzige öffentliche Toilette der Innenstadt. Sie ist allerdings nur montags bis freitags zwischen 9 und 16.30 Uhr und samstags zwischen 9 und 14.30 Uhr geöffnet.

An der Marktstraße mitten in Lünen ist die einzige öffentliche Toilette der Innenstadt. Sie ist allerdings nur montags bis freitags zwischen 9 und 16.30 Uhr und samstags zwischen 9 und 14.30 Uhr geöffnet. © Sylvia vom Hofe

Das hätte so schön sein können: Die Stadt baut in ihrem zentral gelegenen Rathaus am Willy-Brandt-Platz eine großzügige Toilettenanlage, die auch außerhalb der Arbeitszeiten der Verwaltung jedem offen steht, der mal muss. Die Planer hatten die Rechnung aber ohne den Denkmalschutz gemacht: auch ein Thema, über das Bürgermeister und Herausforderer vor der Kommunalwahl am 13. September streiten.

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Reicht ein öffentliches Klo in der Lüner City? Das sagen dazu die Bürgermeisterkandidaten

Das 15-stöckige Rathaus aus dem Jahr 1960 steht unter Denkmalschutz: ein Kompliment für die Architekten Werner Rausch und Siegfried Stein aus Berlin, die das Wahrzeichen der Stadt geschaffen haben. Ein Problem für die heutigen Nutzer. Die Toiletten-Idee im geschützten Vorzeige-Gebäude, ist „unmöglich zu realisieren“, wie Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sagt. Und selbst wenn sich die Denkmalbehörde einen Ruck geben würde, sieht er schwarz.

Sicher: Die Klos würden das ganze Rathaus aufwerten. Doch damit würden auch die Mietkosten steigen. Denn: Die Stadt Lünen nutzt zwar das einst von Willy Brandt selbst übergebene Gebäude. Ihr gehört es aber nicht mehr.

Eigentümer sind seit 2002 die Beteiligungs-GmbH des Bauvereins zu Lünen und der Wohnungsbaugesellschaft Lünen.

Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger seien ernst zu nehmen, sagt Kleine-Frauns‘ Herausforderer Rainer Schmeltzer (SPD). Die Stadt müsse endlich handeln.

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