Museum will „Der Lüner neue Kleider“ zeigen: Wann kann das sein?

Schwansbell

Vom Ballkleid bis zum Dress einer Hollywood-Diva: 200 Jahre Kleidermode in Lünen will das Museum entfalten. In Corona-Zeiten darf niemand hinein. Manches dringt aber schon nach draußen.

Lünen

, 20.04.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Der Lüner neue Kleider“ heißt eine neue Ausstellung im Museum der Stadt Lünen, die Kleidung und Mode zwischen 1820 und 2020 zeigt. Eröffnet werden soll sie am 3. Mai. Ob das klappt, ist fraglich.

„Der Lüner neue Kleider“ heißt eine neue Ausstellung im Museum der Stadt Lünen, die Kleidung und Mode zwischen 1820 und 2020 zeigt. Eröffnet werden soll sie am 3. Mai. Ob das klappt, ist fraglich. © Foto Blaszczyk

Wie eine verschlossene Schatztruhe wirkt momentan das Museum der Stadt Lünen. Stöbern und staunen dürfen die Besucher dort nicht. Die Corona-Krise sorgt dafür, dass die mehr als 14.000 registrierten Museumsstücke in Schwansbell für die Besucher unerreichbar sind. Was aber nicht heißt, dass sich hinter den schweren Holztüren nichts tut.

Museumsleiterin Dr. Katja Stromberg fädelt die Ausstellung „Der Lüner neue Kleider“ ein. 200 Jahre Mode, von 1820 bis 2020, zeigen stoffgewordene Trends. Sie dokumentieren Zeitgeist, aber auch Lebensumstände.

Unikate von vielen Lünern als Leihgaben

Viele Lüner haben aus dem eigenen Kleiderschrank leihweise Unikate beigesteuert, die Herren seien da etwas zurückhaltender gewesen, berichtet Katja Stromberg.

Auf 30 Schneiderbüsten sitzt wie angegossen, was seinerzeit den großen Auftritt garantierte. Zum Ausstellungs-Fundus zählt ein selbst gestricktes Hochzeitskleid aus den 60ern, ein Hippie-Strandkleid aus den 70ern oder ein Tanzballkleid aus den 80ern.

Ein Notkleid, das aus Bettwäsche genäht worden ist, lässt die Lebenswirklichkeit in Kriegszeiten erahnen. „Sehr glücklich“, ist Katja Stromberg über ein schräg geschnittenes und leicht fallendes Tageskleid wie für eine Hollywood-Diva.

Museumschefin Dr. Katja Stromberg muss wegen des Coronavirus die Türen geschlossen halten. Dahinter wird aber an Neuem gearbeitet.

Museumschefin Dr. Katja Stromberg muss wegen des Coronavirus die Türen geschlossen halten. Dahinter wird aber an Neuem gearbeitet. © Magdalene Quiring-Lategahn

Eigentlich sollte die Ausstellung am Sonntag, 3. Mai, eröffnet werden. Ob es in Corona-Zeiten so kommt, ist ungewiss. Zu sehen sind die Kleider dann, sobald das Museum wieder öffnen darf.

Ergänzt wird die Präsentation durch Puppen jeder Dekade. Fotos aus dem Stadtarchiv geben den Blick frei auf die Lüner Einkaufszone im Wandel der Zeit. Auch entsprechendes Geschirr wird gezeigt.

Konzepte für neuen Standort

Während „Der Lüner neue Kleider“ noch gar nicht begonnen hat, ist die Museumschefin gedanklich schon im nächsten Jahr. Dann soll es eine Sonderausstellung über die in Lünen bekannte Familie Waldschmidt geben.

Momentan nutzt Katja Stromberg das Museum ohne Besucher auch, um Sammlungsbestände auszubreiten, zu sichten und neue Konzepte zu erarbeiten. Die werden wichtig, wenn es um den neuen Museumsstandort in der Villa Urbahn geht. Hier ist sie mit Architekten und Fachleuten des Denkmalschutzes im Gespräch.

Museum kommt zum Besucher

Katja Stromberg entdeckt selbst immer wieder Neues in alten Beständen: Zu den 14.000 inventarisierten Stücken hat sie an die 2000 nachregistriert. In Corona-Zeiten möchte die Museumschefin verschiedene Objekte auswählen und auf digitalem Wege deren Geschichten erzählen.

Den Anfang soll eine Porzellanpuppe machen, ein wertvolles Stück aus der Sammlung. Wenn die Besucher nicht ins Museum kommen, dann kommt das Museum eben zu den Besuchern, ist die Idee.

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