Münsterstraße wird zu Fahrradstraße, neue Beleuchtung für Leezenpatt

dzInnenstadt

Die südliche Münsterstraße ist nun offiziell eine Fahrradstraße. Dafür hat die Stadt die Fußgängerzone bis zum Tobiaspark verkürzt. Auf der Graf-Adolf-Straße wird sich hingegen nichts ändern.

Lünen

, 23.07.2020, 15:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Derzeit machen Radfahrer knapp 15 Prozent des innerstädtischen Verkehrs in Lünen aus. Der Technische Beigeordnete Arnold Reeker möchte diese Zahl gerne auf 25 Prozent erhöhen. Dafür geht die Stadt in die Offensive. Zuletzt wurde beispielsweise ein Schutzstreifen an der nördlichen Seite der Münsterstraße angelegt, um Radlern die Zufahrt stadteinwärts zu erleichtern. Dafür musste unter anderem die Linksabbiegerspur zum Hauptbahnhof weichen.

Nun erfolgt der nächste Schritt: Die südliche Münsterstraße ist bis zum Tobiaspark nun offiziell eine Fahrradstraße. Damit haben Räder hier Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern. Die Fußgängerzone, die ursprünglich bis zur Einmündung Cappenberger Straße ausgeschildert war, wurde deshalb verkürzt: Sie endet nun in Höhe des Tobiasparks.

Stadt appelliert an Eigenverantwortung der Radfahrer

Derzeit noch provisorische Schilder weisen auf die neue Situation hin. Da Fußgänger in Richtung Cappenberger Straße ohnehin die Bürgersteige nutzen, drohen hier keine Konflikte. Autos dürfen die Strecke nicht nutzen, Busse müssen künftig Rücksicht auf Radfahrer nehmen.

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Den ursprünglichen Plan der Verwaltung, die Fußgängerzone bis zur Lippebrücke zur Fahrradstraße zu machen, hatte Arnold Reeker verworfen - denn das hätte bedeutet, dass Radler dort bis zu 30 Stundenkilometer hätten fahren dürfen, womit der Abschnitt keine Fußgängerzone mehr gewesen wäre.

Stattdessen sorgen nun in die Pflastersteine eingelassene Leuchtspots dafür, dass der Leezenpatt sich auch optisch abhebt. Allerdings bleibt der Bereich offiziell Fußgängerzone, weshalb Radfahrer hier nur mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Leezenpatt fahren dürfen. „Wir appellieren hier an die Eigenverantwortung eines jeden Radfahrers und einer jeden Radfahrerin, in Fußgängerzonen Rücksicht auf Fußgängerinnen und Fußgänger zu nehmen“, sagt dazu Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Zu viele Autos auf der Graf-Adolf-Straße

Vom Tisch ist hingegen die Idee, auch die Graf-Adolf-Straße zur Fahrradstraße zu machen. „Das ist in der aktuellen Situation nicht machbar“, so Spangardt. Die Graf-Adolf-Straße wird von vielen Autofahrern als „Schleichweg“ genutzt, um die oftmals verstopften Bundesstraßen zu umgehen. Die Idee der Stadt: Wird dieser Abschnitt zur Fahrradstraße, würde sich dieser Schleichweg nicht lohnen.

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Eine solche Ausweisung würde jedoch gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Spangardt zitiert: „Fahrradstraßen kommen dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist.“ Dies sei auf der Graf-Adolf-Straße nicht der Fall, weil hier der Pkw-Verkehr überwiege.

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