Dieter Kuhne ärgert sich über den Müll, der an der B54 in Lünen im Straßengraben liegt. © Matthias Stachelhaus
Umweltverschmutzung

Müll in Straßengräben an B 54: Lüner sagt: „Das ist eine Katastrophe“

Der Blick in die Gräben an der B 54 in Lünen ist unappetitlich: Dort sammeln sich Bierdosen, Plastikmüll und Verpackungen. Das sieht nicht nur hässlich aus, der Müll sorgt auch für Probleme.

Als Ein-, Aus- und Durchfahrtsstrecke wird die B54 / Dortmunder Straße täglich von unzähligen Autofahrern genutzt. Wer dabei aus dem Fenster schaut, sieht links und rechts ins Grüne. Dass aber nicht alles so grün ist, wie es den Anschein hat, zeigt ein Blick in die Gräben neben der Straße. Leere Bierdosen, Plastikflaschen und Verpackungen aller Art bestimmen hier das Bild. Dieter Kuhne, Jäger, Landwirt und Immobilienmakler, findet dafür deutliche Worte: „Das ist eine Katastrophe.“

Einerseits handelt es sich bei den Gräben um sogenannte Vorfluter. Sammelt sich darin Wasser, werden die Hinterlassenschaften weggespült, landen im Abwassersystem, wo sie auch nicht hingehören.

Plastikmüll belastet lokale Böden und Tiere

Der Grünbewuchs in den Gräben wird vom zuständigen Landesstraßenbetrieb Straßen.nrw mit Mulchern gestutzt. Durch den Einsatz der großen Rasenmäher werde der Müll nicht nur besser sichtbar, sondern auch zerkleinert, wie Kuhne ausführt.

Bierdosen, Plastikverpackungen und Verpackungsmüll von Fastfoodketten im Straßengraben sind nicht nur unansehnlich, sondern gelangen nach und nach so auch in den Boden und das Grundwasser.
Bierdosen, Plastikverpackungen und Verpackungsmüll von Fastfoodketten im Straßengraben sind nicht nur unansehnlich, sondern gelangen nach und nach so auch in den Boden und das Grundwasser. © Matthias Stachelhaus © Matthias Stachelhaus

Wird er nicht entfernt, tun Wind und Wetter ihr übriges, der Müll landet auf Dauer auch im Boden oder wird weiter in der umgebenden Landschaft verteilt. So lande Mikroplastik auch in heimischen Böden. „Und was ist mit den Tieren in der Umgebung, die das vielleicht fressen“, fragt Kuhne. Beim zuständigen Landesstraßenbaubetrieb scheine die Entfernung des Mülls allerdings nicht besonders weit oben auf der Liste zu stehen.

Das Problem ist bekannt, wie eine Sprecherin von Straßen.nrw auf Anfrage unserer Redaktion am Freitag (5. Februar) erklärt. Nach einem ersten Hinweis habe man im Dezember ein externes Unternehmen mit der Beseitigung beauftragt. „Das ist leider noch nicht passiert“, so die Sprecherin weiter. Man wolle noch einmal nachhören.

Problem Wegwerfmentalität

Landesweit habe Straßen.nrw diverse „neuralgische Stellen, an denen regelmäßig der Müll entfernt wird“. An anderen, weniger problematischen Orten geschehe das nach Bedarf. Ob der zugemüllte Graben an der B54 an der Stadtgrenze zu Dortmund eine Problemstelle ist – oder zu einer solchen erklärt – wird und ebenfalls regelmäßig gereinigt wird, wolle Straßen.nrw im Blick behalten.

Die Gräben am Straßenrand der B54 dienen eigentlich als sogenannte Vorfluter, wie Dieter Kuhne sagt.
Die Gräben am Straßenrand der B54 dienen eigentlich als sogenannte Vorfluter, wie Dieter Kuhne sagt. © Matthias Stachelhaus © Matthias Stachelhaus

Für Kuhne, der als Jäger und Landwirt regelmäßig auch wilde Müllkippen auf Lüner Stadtgebiet findet und meldet, ist die Beseitigung auch nur ein Teil des Problems. Denn irgendwo kommt der Müll schließlich her. Zu gerne blicke die Gesellschaft auf die Müllprobleme in anderen Ländern, wie Südeuropa oder Asien. „Aber wir machen es doch auch nicht besser.“

Erwischt werden die Verursacher von wilden Müllkippen nur selten. Dann drohen allerdings Strafen in vierstelliger Höhe.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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