Der Verantwortliche eines Lüner Vereins darf bis auf Weiteres keine offiziellen Tätigkeiten übernehmen. © Jens Lukas
Fußball

Monatelange Sperre: Lüner Jugendleiter wird vorerst von allen Ämtern ausgeschlossen

Der Jugendleiter eines Lüner Fußballvereins ist vom Kreisjugendsportgericht für mehrere Monate gesperrt worden. Für diesen drastischen Schritt gibt es gleich mehrere Gründe.

Er war in den vergangenen Wochen immer wieder in den öffentlichen Mitteilungen des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) aufgetaucht. Dies hat für den Sportlichen Leiter der Jugendabteilung eines Lüner Fußballvereins nun Konsequenzen.

Bis auf Weiteres wird Torsten Block vom Lüner SV jedwede Tätigkeiten im Verband untersagt. „Dem Sportkameraden Block wird bis zum 31. März 2022 untersagt, ein Amt im DFB, in den Regional- und Landesverbänden sowie im Verein auszuüben“ – so lautet eben jene Entscheidung des Kreisjugendsportgerichts Dortmund, die weitreichende Folgen für den Lüner SV hat.

Verband spricht zunächst mehrere Geldstrafen aus

Demzufolge darf Torsten Block als Jugendleiter des Lüner SV vorerst keine Tätigkeiten mehr im Umfeld des Vereins wahrnehmen. Vorausgegangen war Anfang Oktober eine mündliche Verhandlung vor dem Kreisjugendsportgericht, die aus unterschiedlichen Vorfällen der jüngeren Vergangenheit resultierte.

Laut der öffentlichen Mitteilungen des FLVW sei Block zuvor bei mehreren Juniorenspielen negativ aufgefallen, habe laut dem Vorsitzenden des Gerichts, Rudolf Zorn, „sowohl Spieler als auch Verantwortliche und Schiedsrichter teils massiv beleidigt und dafür zunächst mehrere Verweise erhalten.“

In den öffentlichen Mitteilungen ist unter anderem vermehrt die Rede von „groben Unsportlichkeiten“, die Block während der Partien begangen habe. „Aus den Aussagen von Zeugen und Schiedsrichtern geht hervor, dass sich Herr Block am Spielfeldrand des Öfteren nicht benommen hat. Es wurden dann anfangs mehrere Geldstrafen ausgesprochen“, so Zorn.

Summe der Vergehen letztlich entscheidend

Dennoch hätten sich derartige Vorfälle wiederholt, weshalb sich der zuständige Staffelleiter Thomas Schramm schließlich dazu gezwungen sah, ein Sportstrafverfahren einzuleiten. In den Offiziellen Mitteilungen wird Schramm mit den Worten zitiert: „Die Sanktionsmöglichkeiten der spielleitenden Stelle erachte ich in diesem Fall als nicht mehr ausreichend. Es sind bereits Maßnahmen angewendet worden, doch diese haben den erhofften Zweck nicht erfüllt.“

Aus diesem Grund habe der Verband Anfang Oktober dann eine mündliche Verhandlung anberaumt. Das Ergebnis: Torsten Block wird bis Ende März des kommenden Jahres vorerst von allen Ämtern ausgeschlossen. „Letztlich war es die Summe der gemeldeten Vergehen und wir wollten Herrn Block mit dieser Entscheidung eine Denkpause geben, um möglicherweise das eigene Verhalten reflektieren zu können“, erklärt Rudolf Zorn.

Für Block selbst sei das Urteil angesichts der tatsächlichen Geschehnisse nicht nachvollziehbar: „Ich habe niemanden bedroht, beleidigt oder angegriffen. Vielmehr waren es Aktionen, in denen auch unsere Spieler angegangen worden sind und dann ist es doch klar, dass ich meine eigenen Jungs schütze“, betont Block.

Jugendspieler des Lüner SV sehen sich Pöbeleien ausgesetzt

Insgesamt stehe seine Sperre in keinerlei Verhältnis zu den erhobenen Vorwürfen, denn in den jeweiligen Spielen seien es eher die Mannschaften des Lüner SV gewesen, die sich Beleidigungen ausgesetzt sahen.

„Wenn ich mich wirklich daneben benommen hätte, dann würde ich das auch zugeben. Aber unsere Jungs werden in den Spielen bepöbelt, weil sie für den LSV spielen. Wenn die Leute bei der mündlichen Verhandlung ehrlich gewesen wären, wäre auch etwas anderes herausgekommen“, so Block.

Vorerst muss der Lüner SV nun also ohne seinen Jugendleiter auskommen, denn das Urteil sei laut Zorn inzwischen rechtskräftig: „Das Urteil wurde angenommen und ist deshalb auch schon umgesetzt. Es hätte auch noch eine längere Sperre geben können, aber wir hoffen, dass es auch so seine Wirkung zeigt.“

Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
Zur Autorenseite
Marius Paul

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.