Monate in Angst versetzt: 90-Jährige aus Lünen gibt falschen Polizisten Erspartes

Eine sechsstellige Summe

Seit Ende März haben Unbekannte, die sich als Polizisten ausgaben, eine 90-jährige Frau aus Lünen bedrängt. Am Ende verlor die Frau ihr gesamtes Erspartes - eine sechsstellige Summe.

Lünen

, 06.08.2020, 14:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Meist melden sich die falschen Polizisten übers Telefon bei den Senioren - so wie im Fall der 90-jährigen Frau aus Lünen.

Meist melden sich die falschen Polizisten übers Telefon bei den Senioren - so wie im Fall der 90-jährigen Frau aus Lünen. © picture alliance/dpa

Bereits seit Ende März haben unbekannte Täter eine 90-jährige Lünerin am Telefon immer wieder unter Druck gesetzt. Sie gaben sich als Polizisten aus und erbeuteten so Bargeld und Schmuck im Wert eines niedrigen sechsstelligen Betrages. Die Tat wurde jetzt bekannt, wie die Polizei am Donnerstag (6.8.) mitteilte.

Über Monate haben die Betrüger die Seniorin demnach in Angst versetzt. Mit Informationen über angebliche kriminelle Nachbarn. Über Einbrecher, die die Polizei festgenommen und bei denen man ihren Namen gefunden habe. Jederzeit drohe ihr ein Einbruch oder Überfall.

Ihr Geld, so versicherte der angebliche Polizeibeamte ihr am Telefon, sei bei der Polizei sicher aufbewahrt. Auch eine Bescheinigung über die Aufbewahrung stellte man der Lünerin in Aussicht. Zweimal kam es zu einer Übergabe an einen „Kollegen“ des Anrufers - einmal an der Wohnungstür der Betroffenen und einmal auf der Straße, wie eine Sprecherin der Polizei auf Nachfrage mitteilt.

Täter sind oft nur schwer zu ermitteln

Zurück bleibt bei dieser Tat eine stark verunsicherte Seniorin, die um ihr Erspartes gebracht wurde. Deren Vertrauen nicht nur in die Polizei, sondern auch in ihre Mitmenschen erschüttert wurde, wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt. Auch die Familie der Seniorin sei „ob der kriminellen Energie hinter dieser Tat fassungslos“. Die Täter seien in diesen Fällen nur schwer zu ermitteln. Denn sie agieren aus dem Ausland.

Umso mehr sei der Polizei daran gelegen, über die Maschen dieser Täter aufzuklären und weitere Taten so zu verhindern. Die Maschen, zu denen auch der altbekannte Enkeltrick gehört. Denn die Polizei Dortmund stellt fest: In den vergangenen Wochen haben die Leitstelle nicht nur weiterhin viele Notrufe erreicht, in denen von angeblichen Polizisten die Rede ist, die anrufen. Sondern auch von angeblichen Enkeln, Nichten und anderen Verwandten, die in einer angeblichen Notlage große Summen Geld benötigen.

Angehörige sollten Ältere aufklären

Die Beamten appellieren, dass Angehörige ältere Menschen unterstützen und informieren. Denn es seien diese Menschen, die die Betrüger vor allem im Blick haben. Vor allem ältere Menschen sollten über diese Maschen aufgeklärt werden.

Häufig zögern laut Polizei gerade Seniorinnen und Senioren, sich mit ihren Zweifeln und Anliegen an Verwandte und Bekannte zu wenden - in der Sorge zu stören oder „sich etwas einzubilden“.

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