Mietkoch Michael Schlottke unter der dicken Eiche in Olfen. © Sylvia vom Hofe
Corona-Krise

Mittags-Lieferservice in Olfen: „Leute sind froh über Abwechslung“

Mittags ist Michael Schlottke jetzt oft unterwegs. Der Olfener Gastronom bietet einen Lieferservice zur Mittagszeit an, der immer besser angenommen wird. Gerade von älteren Menschen.

Gut zwei Stunden fährt Michael Schlottke mit seiner Partnerin Dajana Bracke Essen in Olfen und Datteln aus. „Unser Lieferservice wird sehr gut genutzt“, freut sich der Gastronom. Viele Menschen in Olfen seien dankbar, dass er rustikale Hausmannskost anbietet, die das Paar dann ausliefert.

Zwischen 11 und 13 Uhr sind die beiden unterwegs. Ende Oktober/Anfang November haben sie ihren Lieferservice gestartet. Als der Lockdown light begann. „Es wurde dann immer mehr bis zum Jahresende“, so der 51-jährige Lüner, der inzwischen in Olfen lebt.

Bestellungen laufen wieder an

In der ersten Januarwoche gab es dann zwar eine kleine Delle, doch seitdem pendeln sich die Bestellungen wieder ein. Vor Corona war der „Boxenstopp“ in Olfen, den Schlottke und Dajana Bracke betreiben, am Wochenende immer ein gut besuchter Treffpunkt. Das ist jetzt natürlich nicht möglich, die Gastronomie-Betriebe haben seit fast drei Monaten geschlossen.

Am Wochenende ist der Lieferdienst nicht so gefragt wie während der Woche. „Überwiegend sind es ältere Kunden, die sich freuen, mal eine Abwechslung zu Mittag zu bekommen.“ Viele seien richtig dankbar, das rührt Schlottke. Der Lüner fühlt sich mittlerweile sehr wohl in Olfen: „Die Olfener sind mir alle so ans Herz gewachsen. Und ich hatte erst gedacht, es sei schwierig auf dem Lande.“ Nun aber freut er sich über den Zusammenhalt in Olfen: „Wir sitzen alle in einem Boot.“

Keine Hilfen beantragt

Die Bundesregierung hatte Geschäften und gastronomischen Betrieben finanzielle Hilfen für die Verdienst-Ausfälle im November und Dezember zugesagt. Die hätte Schlottke auch beantragen können. „Nach Absprache mit unserer Steuerberaterin kam das für uns aber nicht in Frage. Weil wir ja mit dem Lieferservice etwas verdienen“, so Schlottke.

Begrüßung mit Blumen: Stefan Wiesebrock (r.), Präsident des Lüner Schützenvereins von 1332, freut sich über die neuen Pächter Michael Schlottke und Dajana Bracke.
Begrüßung mit Blumen: Stefan Wiesebrock (r.), Präsident des Lüner Schützenvereins von 1332, freut sich über die neuen Pächter Michael Schlottke und Dajana Bracke. © Schützenverein 1332 © Schützenverein 1332

Natürlich laufen die normalen monatlichen Kosten weiter, der Vermieter will auch sein Geld: „Wir versuchen es, durch harte Arbeit zu schaffen.“ Auch, indem er sich noch ein Standbein in Lünen geschaffen hat. Seit kurzem führt er die Gaststätte „Zum Hubertus“ an der Moltkestraße. Dort kann man Speisen zum Abholen bestellen. „Das läuft noch eher verhalten, wir haben aber Kontakt mit den Vereinen aufgenommen, die sich vor Corona dort getroffen haben.“

Derzeit sieht er noch nicht die Möglichkeit, einen weiteren Fahrer für einen Lieferservice der Lüner Gaststätte einzustellen. „Sobald es die Corona-Lage zulässt, wollen wir das Lokal eröffnen. Wir haben die entsprechenden Hygienemaßnahmen erarbeitet. Das Konzept steht.“ Den Olfener Boxenstopp wollen Schlottke und Dajana Bracke natürlich weiterführen: „Wir teilen uns auf.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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