Exakt 43 Jahre nach Mutter Jutta und Vater Hans-Joachim hat Nadine Georgi ihren Alexandru geheiratet. © Goldstein
Schlossmühle Lippholthausen

Mit Video: Braut aus Lünen sagt 43 Jahre nach der Mutter ebenfalls „Ja“

Es hat geklappt: Exakt 43 Jahre nach ihren Eltern hat Nadine Georgi am 10. Februar 2021 in Lünen geheiratet - bei den gleichen Bedingungen wie vor 43 Jahren. Eine Sache war jedoch anders.

Vor 43 Jahren waren die Wetterverhältnisse ähnlich: Viel Schnee und Glatteis, dazu eisige Kälte. Jutta und Hans-Joachim Georgi hielt das damals nicht davon ab, vor dem Standesbeamten zu treten. „Im Trauzimmer war es sogar recht warm“, erinnert sich Hans-Joachim Georgi an einen strengen Winter, dem zehn Monate später übrigens ein noch stärkeres Schnee-Chaos folgen sollte.

Auf den Tag genau 43 Jahre später heiratete am Mittwoch ihre Tochter Nadine – im Gegensatz zu ihrer Mutter 1978 wurde die Braut dieses Mal jedoch nicht entführt. „Bei der Kälte sind eh keine Diebe unterwegs“, sagt Bräutigam Alexandru mit einem Lächeln.

Braut macht Hochzeitfrisur im Lockdown selbst

Zudem sind die Kneipen, in die man eine Braut hätte entführen können, wegen des Lockdowns ohnehin geschlossen – genau wie die Friseure. „Mein Haar habe ich mir selbst gemacht“, erzählt die Braut. „Ich hatte ja lange genug Zeit zum Üben.“

In der Schlossmühle in Lippholthausen ist alles vorbereitet für den großen Tag. Die Zufahrt von der Brunnenstraße ist geräumt, die Straße zum Parkplatz gegenüber hingegen nicht – aus gutem Grund: Aufgrund der Corona-Regeln dürfen keine Gäste teilnehmen. Nicht einmal die Eltern sind während der Trauung im Gebäude zugelassen: „Das ist natürlich schade“, sagt Brautmutter Jutta Georgi. „Aber Hauptsache, die beiden können überhaupt heiraten.“

Nach der Trauung spielt Nirvana

Das ist auch während der Pandemie kein Problem, wobei die Anfahrt vor allem durch das Wetter erschwert wurde. Das Brautpaar von 1978 kam sogar etwas verspätet in Lippholthausen an. „Erst hatten sich vor uns auf der Kupferstraße zwei Lkw festgefahren“, berichtet Hans-Joachim Georgi. „Und danach bin ich auf der Kreuzung in ein Schlagloch gefahren und musste da erstmal wieder rauskommen.“ Rauskommen dürfen schließlich auch Nadine und Alexandru Georgi.

Nachdem beide „Ja“ gesagt und ihre Unterschriften unter die Urkunde gesetzt haben, geht die Tür der Schlossmühle auf, und eine strahlende Braut kommt heraus: „Verheiratet!“

Der Termin am 10.2. stand und auch vom Schneechaos ließ sich das Brautpaar nicht aufhalten, sich in der Schlossmühle in Lippholthausen das Ja-Wort zu geben.
Der Termin am 10.2. stand und auch vom Schneechaos ließ sich das Brautpaar nicht aufhalten, sich in der Schlossmühle in Lippholthausen das Ja-Wort zu geben. © Goldstein © Goldstein

Das Ganze passiert zu den Klängen von „Smells like teen spirit“ der Grunge-Band „Nirvana“, die aus einem Bluetooth-Lautsprecher dröhnt. Nadine gibt zu: „Vielleicht nicht das festlichste Lied, aber ich habe es mir gewünscht.“ Lauter sind in dem Moment nur die Hupen der Lkw und Autos, die an der Schlossmühle vorbeifahren und dem Brautpaar auf diese Weise Glückwünsche übermitteln.

Eine große Feier schließt sich an die Trauung natürlich nicht an. Wie schon vor 43 Jahren wird es eher ein gemütliches Treffen zuhause. Der Braut ist das ganz recht, denn sie erwartet im April das zweite Kind – da reicht die Aufregung rund um die eigene Trauung vollends aus.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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