Missbrauchsprozess: Mutter und Bruder haben den Angeklagten verstoßen

dzLandgericht Dortmund

Im Prozess um den sexuellen Missbrauch eines zwölfjährigen Jungen in Kamen und Lünen sind am Freitag bedrückende Details bekannt geworden.

Lünen

, 30.08.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 27-jährige Angeklagte, der die Übergriffe auf das Kind zugegeben hat, hat seit Bekanntwerden der Vorfälle nicht nur sämtliche sozialen Kontakte, sondern auch weite Teile seiner Familie verloren. Seine Mutter und auch sein jüngerer Bruder haben den Kontakt komplett abgebrochen. „Aus religiösen Gründen“, sagte der Angeklagte den Richtern. Der 27-Jährige und seine Familie gehören zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Dass er nun wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt ist und verurteilt werden wird, hat der Angeklagte übrigens selbst herbeigeführt. Im vergangenen Jahr hatte er sich erst bei seinem Rechtsanwalt Christian Isselhorst gemeldet und war dann aus freien Stücken zur Polizei gegangen. Inzwischen hat er auch eine Therapie begonnen.

Auch der inzwischen 14 Jahre alte Junge wird sich nach Abschluss des Verfahrens behandeln lassen müssen. Wie sehr ihn die Erlebnisse noch immer quälen, machte am Freitag eine Polizistin deutlich. Die Beamtin hatte den Jungen nach der Selbstanzeige des Angeklagten als Zeugen befragt. „Dabei musste ich ihm immer wieder deutlich machen, dass ihn keine Schuld an der ganzen Sache trifft“, sagte die Polizistin den Richtern.

Der 14-Jährige hatte der Beamtin sexuelle Kontakte in der Kamener Wohnung des Angeklagten und in einem Wald in Lünen geschildert.

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