Melina Krähling (21) an ihrem Arbeitsplatz in der Qualitätskontrolle bei Bayer in Bergkamen. Die Lünerin arbeitet am liebsten im Labor, wie hier bei der Bestimmung des Wassergehalts nach dem Karl-Fischer-Verfahren. Die Ausbildung schloss sie als Landesbeste in NRW ab. © Bayer Bergkamen
Ausbildung

Melina Krähling aus Lünen ist die beste Chemielaborantin in NRW

Chemielaborantin ist Melina Krähling aus Lünen in erster Linie geworden, weil sie gerne praktisch arbeitet. Sie schloss die Ausbildung 2020 als Landesbeste ab. Und auch noch in Rekordzeit.

Unter allen Auszubildenden, die in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen ihre Prüfung abgelegt haben, ist Melina Krähling aus Lünen die beste Chemielaborantin. Mit stolzen 98 von 100 möglichen Punkten erreichte die 21-Jährige, die ihre Ausbildung bei der Firma Bayer in Bergkamen absolviert hat, landesweit das Spitzenergebnis in ihrer Branche. Und das auch noch in Rekordzeit. Nach gerade einmal zwei Jahren absolvierte sie die Abschlussprüfungen. „Das ist schon eher die Ausnahme“ sagt Krähling im Gespräch mit unserer Redaktion. Eigentlich dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre, kann bei guten Leistungen auf drei Jahre verkürzt werden.

Dass sie für ihre guten Noten eine Auszeichnung erhalten könnte, „wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, aber ich freue mich sehr.“ Sehr wohl wusste die Lünerin aber schon früh, dass die Ausbildung zur Chemielaborantin das Richtige für sie ist.

Schon in der Schulzeit am Gymnasium Altlünen entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Naturwissenschaften, besonders für das Fach Chemie. Der Gastbesuch in einer Vorlesung an der Uni habe sie aber eher etwas abgeschreckt. „Das Praktische gefällt mir besser als die Theorie.“ Das Praktikum als Laborantin noch während der Schulzeit habe ihr besser gefallen. „Und Theorie hat man ja auch in der Ausbildung.“

Traumberuf im analytischen Chemielabor

Nach ihrem Schulabschluss hatte die angehende Laborantin gleich mehrere Angebote für einen Ausbildungsplatz. Bei Bayer seien die Aufgaben aber die interessantesten und vielfältigsten, findet sie. Ihre Spitzenleistung in der Ausbildung hat übrigens auch ihr Arbeitgeber mit einem Vertrag honoriert. Seit ihrem Abschluss arbeitet Krähling dort in der Abteilung für Rohstoff-Analyse. Ihr Team überprüft die Qualität der angelieferten Rohstoffe vor der Verarbeitung. In Bergkamen werden unter anderem Wirkstoffe für die Pille und Kontrastmittel für Röntgenuntersuchungen hergestellt. „Analytische Labortätigkeiten liegen mir. Wenn man sauber arbeitet, bekommt man auch ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Krähling.

Monatelang hatte Krähling davor, wie viele Ausbildungskollegen auch, für die mehrtägige praktische und theoretische Abschlussprüfungen gearbeitet und gelernt. Jetzt möchte sie erst einmal arbeiten. Über ein berufsbegleitendes Studium oder eine Weiterbildung zur Chemietechnikerin denke sie aber nach.

Große Feier zur Ehrung fällt wegen Corona aus

Landesweit haben 217 junge Frauen und Männer aus 16 IHK-Bezirken und aus mehr als 200 Ausbildungsbetrieben und Berufskollegs aus ganz NRW ihre Abschlussprüfungen 2020 mit „sehr gut“ abgeschlossen – sie alle erreichten mindestens 92 von 100 Punkten.

Zu der Auszeichnung der besten Auszubildenden gehört eigentlich auch eine große Feier, die dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie allerdings abgesagt werden musste, wie die IHK NRW auf ihrer Homepage mitteilt. Die Glückwünsche zu den außergewöhnlichen Leistungen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) gibt es in diesem Jahr als Videobotschaft auf Youtube.

Auszeichnung für Ausbildungsabteilung bei Bayer

Neben Melina Krähling ist auch die Ausbildungsabteilung des Bergkamener Bayer-Standorts ausgezeichnet worden. Damit sprach die IHK ihre Anerkennung für weitere sehr gute Abschlüsse aus, die Bayer-Auszubildende in diesem Jahr erzielten: Isabel Kuschel, Noah Send und Dagus Tuncer als Chemielaborant/in und Fabian Bartsch als Chemikant. Für Ausbildungsleiter Thomas Spies und sein Team sei das eine Bestätigung ihres Engagements, teilt Bayer-Sprecher Martin Pape mit. Ausbildungsleiter Spies: „Dabei geht es uns gar nicht um Bestnoten, sondern eher darum, die individuellen Stärken der Auszubildenden zu erkennen und optimal zu fördern.“ Wenn am Ende der Ausbildung ein sehr guter Abschluss stehe, freue man sich aber umso mehr.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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