Luftschiff über Lünen: Darum drehte „Theo“ seine Runden über der Stadt

dzSeltenes Verkehrsmittel

Groß, geräuschlos und selten: So ist das Gefährt, das sich am Dienstag (1. 9.) am Lüner Himmel zeigte. Ein ganz besonderes Verkehrsmittel, das wegen Corona neue Wege beschreiten muss.

Lünen

, 01.09.2020, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Weg aus der Mittagspause haben am Dienstag (1. September) viele Lünerinnen und Lüner in Himmel geblickt - und dann so schnell nicht mehr weggeschaut. Was sie da zwischen den Wolken entdeckten, ist eine Rarität am Himmel - nicht nur in Lünen: ein Luftschiff.

„Das ist unser Theo“ sagt Ulrich Holl, Mitarbeiter der WDL Luftschiffgesellschaft mbH aus Mülheim an der Ruhr, auf Anfrage. Wohlgemerkt: ein Luftschiff und kein Zeppelin. Ein Zeppelin hat eine starre Innenstruktur, wie er erklärt. Theo sei dagegen eher „ein aufgeblasener Ballon“, nur quer - wie eine überdimensional große Zigarre aus Plastikfolie. Der Unterschied zwischen Zeppelin und Luftschiff ist nicht jedem geläufig - nicht einmal denen, die dafür Geld ausgeben. Wie der Regionalverband Ruhr (RVR).

Das Luftschiff ist kein Zeppelin

„Mach es zu Deinem Revier“, steht in großen Lettern auf einer Seite des sanft schwebenden Himmelsgleiters. Eine „wichtige Botschaft“ für das Ruhrgebiet, wie der Regionalverband in sozialen Medien mitteilt und dann fragt: „Habt ihr den Zeppelin schon entdeckt?“ Zumindest das Luftschiff über Lünen haben viele gesehen, wie die vielen Posts auf Facebook zeigen.

Nils Klausen von der Sparkasse an der Lippe hatte es noch nicht entdeckt, als er einen Anruf der Redaktion erhielt. Dabei hat Theo, das Luftschiff aus Mülheim, noch eine zweite Seite: Sparkasse steht in großen Lettern auf der Folie. „Nein, von uns ist das nicht“, sagt der Lüner Sparkassensprecher. Tatsächlich sind es Sparkassen aus dem Rheinland, die Theo als Werbefläche gemietet haben: ein Bereich, der wegen Corona für die Luftschiffgesellschaft zunehmend Bedeutung gewonnen hat.

Eine 90-minütige Fahrt kostet 399 Euro

Eigentlich, sagt Ulrich Holl, sei das hauptsächliche Geschäftsfeld der Gesellschaft, Passagiere zu befördern. Platz ist für sieben Personen zusätzlich zum Piloten. Doch das ist mit dem Ausbruch der Pandemie nicht mehr möglich, wegen der im Luftschiff nicht einzuhaltenden Abstandsregeln. Ein herber Verlust . „Allein bis Juni hatten wir 1000 Buchungen, die wir absagen mussten“, sagt Holl. Eine 90-minütige Fahrt kostet 399 Euro

Auf einem 90 Minuten langen Rundflug vom Flughafen Mülheim/Essen aus kommt Theo in der Regel nicht bis nach Lünen. Das ist jetzt anders, wie Holl erklärt. Die Auftraggeber des Regionalverbandes Ruhrgebiet hätten schließlich ein Interesse daran, dass alle Menschen im Ruhrgebiet das seltene Luftschiff zu sehen bekämen - und mit ihm den Aufruf sehen könnten, am 13. September das Ruhrparlament zu wählen.

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