Lünerin will ihren Sohn verklagen, verschwiegt dem Anwalt aber ein wichtiges Detail

Amtsgericht

Ein Streit mit ihrem Sohn führte eine Frau aus Lünen zu einem Anwalt. Der sollte gegen ihr Kind vorgehen. Einige Zeit später fand sich jedoch die 64-Jährige auf der Anklagebank wieder.

von Jana Peuckert

Lünen

, 23.11.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lünerin will ihren Sohn verklagen, verschwiegt dem Anwalt aber ein wichtiges Detail

Ein Anwalt blieb auf seinen Kosten sitzen. Seine Mandatin wurde nun vom Amtsgericht Lünen verurteilt. © picture alliance/dpa

Im Lüner Amtsgericht wurde die Frau des Betrugs für schuldig befunden, verwarnt und kassierte eine Geldstrafe von 300 Euro unter Vorbehalt – quasi auf Bewährung. Was war passiert?

Nachdem der Anwalt seine Arbeit erledigt hatte, präsentierte er seine Rechnung in Höhe von 763,74 Euro. Bis heute hat er von dem Geld jedoch nichts gesehen.

Die Staatsanwaltschaft warf der 64-Jährigen vor, dass sie ihn von Anfang an nicht hätte bezahlen können. Diese Tatsache habe sie dem Anwalt allerdings verschwiegen. Damit läge ein Betrug vor.

Die Frau behauptete hingegen, der Geschädigte habe ganz genau gewusst, dass sie Hartz-IV-Empfängerin sei, und damit Anspruch auf Prozesskostenhilfe habe. Zudem habe sie dem Anwalt einen Beratungshilfeschein gegeben. Damit wäre die Beratung kostenlos gewesen.

Beratungshilfeschein verwschunden

Das stimme nicht, gab der Anwalt an. Er habe nichts von der finanziellen Situation der Frau gewusst. Und einen Beratungshilfeschein habe er auch nicht bekommen. Sonst hätte er dementsprechend abgerechnet.

„Das Problem ist, dass wir den Schein nicht haben“, so der Richter. Nirgends gäbe es einen Vermerk seiner Existenz. Damit stand der Betrug fest. Er verurteilte die Frau zu der Geldstrafe unter Vorbehalt.

Damit der Anwalt von der Frau überhaupt etwas von seinem Geld zurückbekommt, muss die Lünerin als Auflage für die Dauer von zwei Jahren monatlich 15 Euro an den Geschädigten zahlen.

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