Schule in Corona-Zeiten

Lüner Schulen gehen mit dem Wechselkonzept völlig unterschiedlich um

Die einen kommen im täglichen Wechsel, andere im wöchentlichen. Manche arbeiten von Zuhause online mit, andere erledigen Aufgaben offline. An Lünens Schulen gibt es viele Unterrichtsmodelle.
Die weiterführenden Schulen Lünens haben unterschiedliche Modelle, wie ihre Schüler nach dem Lockdown jetzt unterrichtet werden. © picture alliance/dpa

Seit Montag, 15. März, gibt es auch an den weiterführenden Schulen in Lünen wieder Präsenzunterricht, doch unterrichtet werden die Schüler in Kleingruppen im regelmäßigen Wechsel. Das hat das Schulministerium so angeordnet. Wie das an den einzelnen Schulen umgesetzt wird, das konnten die Schulen selbst entscheiden. Und so sind völlig verschiedene Systeme dabei herumgekommen, von denen vermutlich keines besser oder schlechter als das andere ist. Sie sind nur anders – und das macht Lünens Schulen wieder einzigartig.

Entscheidung mit Blick auf den Infektionsschutz

Während die meisten weiterführenden Schulen in der Beschulung der beiden Gruppen in den jeweiligen Schulgebäuden auf den täglichen Wechsel setzen, geht das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium einen ganz anderen Weg. Schulleiter Heinrich Kröger und sein Team setzen auf den Tausch nach einer Woche. Laut Krögers Angaben beruht das auf einem Mehrheitsbeschluss der Schulkonferenz, der Lehrer, Eltern und Schüler angehören. Lehrer und Eltern hätten sich für dieses System entschieden, die Schüler seien zerrissen gewesen.

„Aber wir haben zwischen dem Infektionsschutz und dem Bedürfnis der Schüler nach einer Rückkehr in die Schule abgewogen“, erklärte Kröger. Die Zeit in der Schule sei ohnehin die gleiche. „Aber mit Blick auf den Infektionsschutz haben wir jetzt nur die halbe Gruppe vor Ort. Die britische Mutation tritt immer häufiger auf. Käme es wieder zu einer Infektion, müsste nur die halbe Schule zuhause bleiben, nicht die ganze.“

75 Kontakte pro Woche statt 150

Denn trotz täglichen Wechsels käme es allein über die Lehrer zu einer täglichen Vermischung der Jahrgänge. „Ich denke da speziell an einen Kollegen, der jetzt 75 Kontakte hat. Bei täglichem Wechsel wären es 150 gewesen“, erklärt Kröger, was letztlich den Ausschlag in der Abwägung gegeben habe.

Täglicher Wechsel an den meisten anderen Schulen

Andere Schulen entschlossen sich vor allem mit Blick auf die anstehenden Osterferien dafür, einen täglichen Wechsel zu vollziehen. Man wollte nach einer Woche Schule nicht wieder ein Gefühl von Ferien wecken. Das umgeht man am Stein-Gymnasium durch taktisches Vorgehen: „Über Aufgaben stellen wir sicher, dass die zweite Woche keine vorbereitende Osterferienwoche ist“, sagt Kröger. Denn für die Schüler zuhause gilt genau wie für die in der Schule der Stundenplan – und es gelten die jeweiligen Zeitfenster. „Die bekommen Aufgaben – und die müssen abgegeben werden, wenn auch die Zeit für die Schüler ohne Laptop in der Schule zu Ende ist“, erklärt Kröger.

Hybrid-Unterricht ist nirgendwo richtig denkbar

An einen Hybrid-Unterricht, sprich ein Zuschalten der Schüler zuhause über Laptops und Internet, ist aber nicht zu denken. „Das gibt unsere Infrastruktur leider nicht her“, sagt Kröger. „Wenn sich alle Lehrer in den Klassen auch noch ins Internet einwählen, um den Unterricht zu übertragen, dann bräche unser Netz zusammen.“ 14 Tage will man nun am Stein-Gymnasium dieses System testen und dann evaluieren, wie es ankam. Denn nach den Osterferien wird es irgendwie weitergehen müssen.

Zuhause wird auch weiter gelernt

An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen setzt man auf den täglichen Wechsel. „Die Schüler, die Zuhause sind, bekommen ihre Aufgaben tageweise. Dass sie online dazugeschaltet werden, ist zumindest möglich. „Aber das wird nur ausnahmsweise gemacht“, sagt Schulleiter Christian Gröne.

An der ProfilSchuleLünen würde man sich so etwas wünschen. „Aber als Hauptschule sind wir leider nicht so ausgestattet, wie wir uns das wünschen würden“, sagt Schulleiterin Maria Wellnitz. Immerhin gibt es für die Schüler Rückmeldungsmöglichkeiten, wenn sie Fragen oder Probleme haben. Für die Schülerschaft sei daher besser, im täglichen Wechsel zu kommen. So könnte man alle einfangen – und die Schüler gewöhnten sich wieder an den Schulalltag.

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