Wie gut sind Lüner Schulen auf einen neuen Lockdown vorbereitet?

dzDigitalisierung

Claudia Fellowes kann von ihrer Schule etwas sagen, was nicht auf viele zutrifft. Sie ist mit ihrer Schule ganz vorne mit dabei, wenn es um Digitalisierung geht und zwar schon vor Corona.

Lünen

, 03.11.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hausaufgaben in der App erledigen, online Entschuldigungen abgeben oder die Informatikstunde im Videochat abhalten, all diese Dinge klingen nach Berichten aus dänischen oder finnischen Schulen. Gemeint ist aber eine Schule aus Lünen, die sich schon vor Corona intensiv mit der Digitalisierung auseinandergesetzt hat. Auf einen zweiten Lockdown ist die Schule jetzt perfekt vorbereitet.

Wir treffen uns mit Claudia Fellowes, der kommissarischen Leiterin der Realschule Altlünen, virtuell über das Online-Video-Programm der Schule. Darüber werden auch Unterrichtsstunden und Lehrerkonferenzen abgehalten. Angefangen hat die Digitalisierung des Schulalltages an der Realschule mit dem Vertretungsplan, den die Schule über das Programm „EduPage“ gemanagt hat. Claudia Fellowes: „Am Anfang haben wir die ganzen anderen Funktionen gar nicht genutzt, sondern nur den Vertretungsplan.“

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Unterricht über Video

Man habe sich dann letztes Schuljahr entschieden, das digitale Klassenbuch, das in dem Programm enthalten ist, auszuprobieren. Fehlstunden, Hausaufgaben und Anmerkungen können so digital ausgefüllt werden. „In der Testphase haben wir es den Kollegen noch freigestellt, ob sie das digitale Klassenbuch nutzen wollen“, erzählt Fellowes. Mittlerweile sei die ganze Schule auf das digitale Klassenbuch umgestiegen. Schwänzen oder Blaumachen, ohne dass es den Lehrern und über die App auch den Eltern auffällt, ist jetzt nicht mehr möglich. Die Eltern können auch einsehen welche Hausaufgaben für welchen Termin anstehen, zum Missfallen mancher Schüler.

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Im ersten Lockdown erwies sich das Programm EduPage für die Schule dann als wahrer Segen. Fast alle Schüler hatten das Programm schon auf ihrem Handy und die Nutzung des Programmes konnte schnell ausgeweitet werden. Die App ermöglichte es den Lehrern und Schülern miteinander zu chatten, die Schulleitung konnte die Eltern mit Informationen versorgen und auch Arbeitsblätter und Aufgaben konnten über die App versandt werden.

Diese Übersicht vermittelt Schülern und Eltern alle wichtigen Informationen über den Schulalltag.

Diese Übersicht vermittelt Schülern und Eltern alle wichtigen Informationen über den Schulalltag. © Fellowes

Seit Corona nutzt die Schule zusätzlich ein Video-Programm, das ähnlich wie Zoom oder Skype funktioniert. Über dieses Programm werden Unterrichtsstunden abgehalten und sollten ganze Klassen in die Quarantäne müssen, wird kein Unterricht ausfallen. Vor den Herbstferien lief der gesamte Wahl-Pflicht-Unterricht über das Videoprogramm, da sich in den Wahlfächern Schüler aus verschiedenen Klassen begegnen würden.

Wer ist bedürftig und wer nicht?

Aber auch an der Realschule Altlünen läuft nicht alles perfekt, berichtet Claudia Fellowes: „Jeder Lehrer geht da in seinem eigenen Tempo vor und manchmal holpert es sicher noch.“ Von kleineren Rückschlägen habe man sich aber nicht entmutigen lassen: „Ich bin sehr stolz auf mein Kollegium.“ Die Schulungen hätten zum Teil mit Experten des Herstellers oder innerhalb des Kollegiums stattgefunden. Alle Lehrer seien mit einem iPad ausgestattet worden.

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Die Ausstattung der Schüler ist für Claudia Fellowes eine große Herausforderung, denn nur Bedürftige bekommen ein iPad gestellt: „Es ist schwierig herauszufinden, welche Schüler Unterstützung brauchen.“ In einer Befragung hätten auch Eltern angegeben ein Gerät zu benötigen, ohne dies zu begründen. Es sei schwierig die Grenze zu ziehen, man könne aber nicht jedem ein iPad zur Verfügung stellen. Claudia Fellowes sieht trotzdem auch die Probleme der Eltern: „Wenn Mama und Papa im Homeoffice sind und es nur einen Computer im Haus gibt, dann ist kein Gerät für das Kind übrig.“

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