Lüner Ralf Möllenhoff dreht neuen Film mit Zombies und Kannibalen

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Drei Viertel des Filmes sind schon abgedreht, jetzt ist ein wenig Corona-Zwangspause. Ralf Möllenhoff dreht gerade seinen siebten Film. Natürlich tummelt er sich wieder im Horror-Genre.

Lünen

, 21.11.2020, 15:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zum Glück starteten die Dreharbeiten für Ralf Möllenhoffs siebten Horror-Film schon 2019. Deshalb sind auch etwa 66 Seiten des 86 Seiten starken Drehbuchs für „Kito“ schon im Kasten. Dabei hat sich der Lüner an einem italienischen Low-Budget-Film aus dem Jahr 1980 orientiert, an „Zombies unter Kannibalen“.

„Unser Film spielt auf einer Insel, auf der es eine Missionsstation, vermeintliche Kannibalen, Drogenhandel, Gefangene und ein Reporterteam gibt“, erzählt Möllenhoff.

Alles mit ein bisschen Augenzwinkern und einem liebevoll-ironischen Rückblick auf die Genre-Filme der 70er- und 80er-Jahre. „Meine vier letzten Filme waren eher schwer und düster, diesmal ist es eher unterhaltend“, so der 50-jährige Drehbuchautor und Regisseur.

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Hauptberuflich arbeitet Ralf Möllenhoff in der Lüner Cineworld, kümmert sich darum, dass die Filme auf die Leinwand kommen. Doch da ist es momentan genauso wie bei den Dreharbeiten in seiner Freizeit - ausgebremst wegen des Corona-Lockdowns. Das Lüner Kino muss im November schließen und auch die Dreharbeiten für „Kito“ sind momentan unterbrochen.

„Der Film wird, eigentlich wie immer (bis auf zwei Ausnahmen bisher), komplett analog auf meinem favorisierten Filmmaterial Super 8 produziert - ist zwar teuer, fühlt sich für mich aber wertiger und filmisch artifizieller an“, so Möllenhoff.

Szenen bei Kanutour auf der Lippe gedreht

Seit Juli 2019 finden die Dreharbeiten statt. Möllenhoff: „Wir haben schon viele Szenen mit Statisten gedreht und auch bei einer Kanutour auf der Lippe bei Dorsten. Das war ganz schön schwierig, auf dem Wasser die Aufnahmen hin zu bekommen.“

Szene von den Dreharbeiten zu „Kito“.

Szene von den Dreharbeiten zu „Kito“. © Möllenhoff

Nach dem Lockdown wurden die wesentlichen Innenaufnahmen (an und in der Blauen Mission) nach außen auf dem Grundstück von Möllenhoff per Kulissen verlegt. Möllenhoff: „Das funktioniert bezüglich der Atmosphäre super. Somit gab’s stets Frischluft.“ Beim Catering wurde das Essen einzeln verpackt und ausgehändigt, bei der Maske wurde beachtet, dass unterschiedliche Schminkutensilien benutzt wurden.

Seit 20 Jahren begeistert sich der Lüner für die Pioniere des phantastischen, klassischen und modernen Horror-Films. Seine Filme sind dennoch etwas ganz Eigenständiges. Oft arbeitet er mit Akteuren, die schon mehrmals für ihn vor der Kamera gestanden haben. Diesmal mussten zwei Mitglieder der alten Crew aber aus persönlichen Gründen absagen.

Möllenhoff suchte nach gutem Ersatz - und wurde nach seinem Aufruf fündig. Da meldete sich u.a. Kerstin Schulte-Tockhaus aus Lünen. „Als wir uns trafen, war mir schnell klar, sie braucht eine Rolle, die ihr Raum bietet.“ Und so bekam die Lünerin eine der neun Hauptrollen, die aber ursprünglich von einem Mann gespielt werden sollte.

Neun Hauptfiguren sind ungewöhnlich

„Es ist eine Figur, die in der Geschichte ziemlich übel rüberkommt, die Gefangene macht. Die Dialoge haben wir nicht verändert, aber Kerstin entwickelte die Rolle als Frau für sich.“

Dass er diesmal neun Hauptfiguren hat, ist ungewöhnlich für die bisherigen Filme von Ralf Möllenhoff. „Aber es passte diesmal so.“ Von seiner Crew ist er begeistert: „Es ist eine tolle Truppe, viele auch, die zum ersten Mal dabei sind.“ Vor allem Filmstudenten, auch Filmleute, die schon mit dem Studium fertig sind oder auch Mitwirkende aus anderen Projekten.

Da sieht es schon nach Horrorfilm aus: (v.l.) Ralf Möllenhoff mit Kerstin Schulte-Tockhaus und Nikita Vasilchenko.

Da sieht es schon nach Horrorfilm aus: (v.l.) Ralf Möllenhoff mit Kerstin Schulte-Tockhaus und Nikita Vasilchenko. © Möllenhoff

Seine Partnerin privat wie beim Film ist Sonja Imping, die bei allem hilft. Ihr gemeinsamer Sohn Luke ist seit dem zweiten Film dabei, spielt auch diesmal mit. Möllenhoffs Cousin Michael ist schon seit dem ersten Filmprojekt immer wieder als Darsteller dabei. Tanek Seranek ist als Darstellerin und Regie-Assistentin ein langjähriges Crew-Mitglied.

Rocco Finamore ist seit 2005 einer der Hauptdarsteller. Carsten Grunwald ist der Mann für die spezielle Präsenz. Yaso Yogarajah sorgt für gute Laune am Set. June Schmiedinghoff wohnt zwar in Kassel, stammt aber aus Lünen, und ist auch immer wieder mit dabei.

Dazu kommen die zahlreichen neuen Team-Mitglieder. Florian Klapetz hat ein abgeschlossenes Film- und Regie-Studium in der Tasche. Genauso wie Nikita Vasilchenko. Steffen Neve bescheinigt Möllenhoff eine „erstaunlich gute Zombie-Darstellung“. Linh Tran modelt und wird den männlichen Zuschauern sicher den Kopf verdrehen, meint der Regisseur. Ines Hagedorn startete mit den Dreharbeiten und wurde dann Mama. Ihr Baby ist auch mit am Set, wird dann vom Papa betreut. Ob im kalten November barfuß durch schlammige Brühe oder über

scharfkantigen Schilf-Wuchs, Uli Kessler ist kein Dreh zu schwierig. Unterstützt wird Möllenhoff auch von Lothar Baltrusch und Bob Michaels, wann immer Not am Mann ist.

Ralf Möllenhoff mit Steffen Neve und Linh Tran.

Ralf Möllenhoff mit Steffen Neve und Linh Tran. © Möllenhoff

Trotz der erneuten Corona-Zwangspause ist Möllenhoff optimistisch, dass der Film komplett Ende 2021 fertig sein wird. Nach den Dreharbeiten steht dann die so genannte Post-Produktion an. Also Schnitt, Überarbeitung des Tons, Titel und Abspann.

Eigener Channel geplant

„Ich versuche nächstes Jahr einen eigenen kleinen Vertrieb zu etablieren, einen eigenen Channel für den Film,“ so Möllenhoff. Es gibt einige Fans des Genres, die die Filme des Lüner Regisseurs sammeln. Für sie wird er „Kito“ auch entweder als DVD oder BlueRay in einer kleineren Auflage herausbringen. Ansonsten kann man den Film nach Fertigstellung streamen. Mehr Infos auf der Homepage der Lüners.

Gedanklich ist er übrigens schon wieder beim nächsten Filmprojekt. Und freut sich darüber, dass es einen Kreis von Fans gibt, die den Möllenhoff-Filmen entgegen fiebern.

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